Unabhängiger von Energieimporten

NABU fordert stärkere Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen

Mit nachwachsenden Rohstoffen wird nicht nur ein Betrag zum Klimaschutz geleistet, sie machen auch unabhängiger von Energieimporten, erklärt der NABU. Zudem könnten durch die Produktion von Biomasse zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen. Beim Anbau müsse jedoch auf Einklang mit dem Naturschutz geachtet werden.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Der Naturschutzbund NABU fordert eine verstärkte Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen. "Nachwachsende Rohstoffe habenviele Vorteile - sie leisten einen Beitrag zum Klimaschutz, sie machen unabhängiger von Energieimporten und vermindern den Ressourcenverbrauch", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke anlässlich der Vorstellung eines aktuellen NABU-Positionspapiers.

Daher müssten nachwachsende Rohstoffe aus Gründen des Klimaschutzes zukünftig in allen energetischen Nutzungsbereichen - von Kraftstoffen über Wärmebereitstellung bis zur Stromerzeugung - einen entscheidenden Beitrag leisten. Zudem komme ihre Anwendung auch im stofflichen Bereich bei Verpackungen oder Baumaterial in Frage. Nach Auffassung des NABU muss der Anbau von Energiepflanzen jedoch im Einklang mit dem Naturschutz und einer naturverträglichen Landwirtschaft erfolgen. Großflächige Monokulturen wie Mais- und Rapsfelder hätten erhebliche ökologische Belastungen und negative Auswirkungen auf die Artenvielfalt zur Folge. "Ziel muss es sein, Mischkulturen wie Lupinen-Sonnenblumen-Gemenge sowie mehrjährige Kulturen wie Schilfgras zu schaffen, die mehr Artenvielfalt ermöglichen", betonte Tschimpke. Zudem fordert der NABU beim Anbau nachwachsender Rohstoffe auf Gentechnik zu verzichten und weniger Düngemittel einzusetzen.

Aus Sicht des NABU könnte in Deutschland unter diesen Voraussetzungen Biomasse auf über zwei Millionen Hektar produziert werden, was rund zwölf Prozent der heute landwirtschaftlich genutzten Fläche entspricht. Damit würde nicht nur ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz geleistet, sondern es könnten auch bis zu 200.000 neue Arbeitsplätze entstehen, so der NABU abschließend.

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