NABU fordert Mindestquote für Strom aus Heizkraftwerken

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com
Der Naturschutzbund NABU hat die Einführung einer Quotenregelung für Strom aus modernen Heizkraftwerken gefordert. "Damit sollen die kommunalen und privaten Energieversorger verpflichtet werden, einen Mindestanteil des von ihnen verkauften Stroms aus umweltschonenden Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen zu beziehen", so NABU-Energieexperte Frank Musiol. Vor allem kommunale Stadtwerke hätten in den vergangenen Jahren in diese Technik investiert, die gleichzeitig Strom und Fernwärme erzeugt. Damit werde der Energiegehalt von Gas und anderen Energieträgern fast doppelt so effektiv ausgenutzt wie in herkömmlichen Kraftwerken und entscheidend zur Einsparung von klimaschädlichem Kohlendioxid beigetragen.



Vielen dieser modernen Anlagen drohe derzeit jedoch die Stilllegung, da sie im Zuge der Liberalisierung des Strommarktes und des daraus resultierenden Preiskampfes mit alten, umweltbelastenden Anlagen der Stromkonzerne konkurrieren müssen. "Die aktuelle Marktlage belohnt leider diejenigen, die jahrelang nicht investiert haben. Klimapolitisch droht ein Desaster, wenn die Politik nicht lenkend eingreift", fürchtet NABU-Experte Musiol. Eine gesetzlich festgelegte Mindestquote könne dagegen den Bestand der Heizkraftwerke sichern. Um diese umweltfreundliche Energieerzeugung weiter auszubauen fordert der NABU, diese Quote kontinuierlich anzuheben.



Als "umweltpolitisch wenig hilfreich" bewertet der NABU in diesem Zusammenhang den Vorschlag von Bundeswirtschaftsminister Müller, zum Schutz der kommunalen Stadtwerke den Städten und Gemeinden die Entscheidung über die vollständige Liberalisierung des Strommarktes auf ihrem Gebiet zu überlassen. "Damit würden auch alte marode Kraftwerke in den Kommunen künstlich am Leben erhalten", kritisierte Musiol und betonte: "Es kommt darauf an, dass moderne, effiziente Heizkraftwerke betrieben werden, von wem ist letztlich egal."


(ots)

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