Dagegen!

NABU erhebt Einwendungen gegen dezentrale Atommüll-Zwischenlager

Der Naturschutzbund NABU wendet sich gegen die geplante Errichtung von sechs Zwischenlagern, weil neben Sicherheitsrisiken auch die Menge der Einlagerungen gefährlich ist.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com
Der Naturschutzbund NABU hat heute beim Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter Einwendungen gegen insgesamt sechs geplante dezentrale Atommüllzwischenlager eingereicht. Nach Auffassung des NABU sind die an den Atomkraftwerksstandorten Biblis, Unterweser, Grohnde, Krümmel, Brunsbüttel und Brokdorf geplanten Anlagen nicht mit dem zwischen Bundesregierung und Energiewirtschaft vereinbarten Atomausstieg vereinbar. "Zwar ist die Einrichtung der Standortzwischenlager Bestandteil des sogenannten Atomkonsenses", sagte NABU-Atomexperte Frank Musiol, "doch die Kraftwerksbetreiber langen bei den beantragten Lagerkapazitäten so kräftig zu, dass sie damit ihre Reaktoren auch noch bis ins Jahr 2040 betreiben könnten."


Der NABU habe das BfS daher aufgefordert, keine Genehmigungen für den Bau der Zwischenlager auszusprechen. Auch eine in der Einlagerungsmenge beschränkte Genehmigung lehne der NABU ab. "Wenn der Konsens aufgekündigt würde, könnten die Genehmigungen mal eben einfach erweitert werden", so Musiol. Neben den unakzeptablen Dimensionen der Lager hält der NABU auch die Sicherheitskonzepte für ungenügend. "Dass die Castoren tatsächlich 30 Jahre und länger dicht halten, ist keineswegs belegt. Insofern ist die Aufstellung in einfachen Lagerhallen ohne Reparaturmöglichkeit schlichtweg ein Sicherheitsrisiko", sagte Musiol. Der NABU wies darauf hin, dass am Zwischenlager Gorleben eine Pilotkonditionierungsanlage zur Reparatur schadhafter Castoren genehmigt worden sei. Folgerichtig müssten auch alle anderen vergleichbaren Lager solche Einrichtungen vorsehen.

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