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MVV und EVO bündeln Ausbildung zum Netzmonteur

Die EVO und die MVV bilden seit Anfang dieses Jahres Fachleute der Sparten Gas, Strom, Wasser und Wärme zu sogenannten Netzmonteuren aus. Dank des gebündelten Wissens ist künftig nur noch ein Monteur für alle Anschlüsse nötig. Die nächste Ausbildungsrunde für mindestens acht Monteure startet im November mit einigen Verbesserungen.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Häuslebauer stehen unter Stress. Sie haben Termine über Termine – mit den Elektrikern und den Dachdeckern, mit der Telekom und mit den Fliesenlegern. Noch dazu erhalten die Bauherrn bisher mehrfach Besuch von den Monteuren ihres Versorgers: Ein Handwerker kommt für den Stromanschluss, der nächste für das Wasser, ein dritter für das Erdgas und eventuell sogar ein vierter für die Fernwärme. Nach dem Willen der Mannheimer MVV Energie AG und der Energieversorgung Offenbach AG (EVO) hat das bald ein Ende. Die Unternehmen bilden seit Anfang dieses Jahres Fachleute der einzelnen Sparten zu sogenannten Netzmonteuren aus. Dank des gebündelten Wissens ist künftig nur noch ein Monteur für alle Anschlüsse nötig.

"Der Bauherr spart dadurch Zeit und Geld", erläutert Ulrich Bruns, der bei der EVO für den Netzbau und -betrieb verantwortlich ist. Die Kunden hätten nur noch einen einzigen Ansprechpartner und erhielten alle Leistungen aus einer Hand. Wie Bruns weiter berichtet, haben MVV und EVO ein gemeinsames Anforderungsprofil für die Netzmonteure entwickelt und speziell auf ihre Bedürfnisse umgesetzt.

Dem Konzept zufolge werden die angehenden Netzmonteure zunächst über einen Zeitraum von insgesamt einem halben Jahr zentral in Mannheim mit den theoretischen Grundlagen vertraut gemacht. Das Projekt ist mit gutem Erfolg angelaufen, alle 14 angehenden Netzmonteure haben im Juli ihre Theorie-Prüfung mit Bravour bestanden. Die gestandenen Fachleute müssen aber nicht nur die Schulbank drücken, sondern lernen auf einem eigens eingerichteten Übungsgelände auch die Praxis der anderen Fachrichtungen kennen. Sie arbeiten etwa an einer unter Strom stehenden Freileitung, an einer 20-Kilovolt-Schaltstation, einer Fernwärmekompaktstation sowie an Hausanschlüssen für Wasser, Erdgas und Strom.

Insgesamt dauert die Ausbildung zwei Jahre - die Praxis steht dabei im Vordergrund, wie EVO-Bereichsleiter Bruns ausführt. Die erste Abschlussprüfung ist für Oktober 2004 geplant. Sie wird vor der Industrie- und Handelskammer abgelegt. Die erfolgreichen Absolventen tragen danach die neue offizielle Berufsbezeichnung "Netzmonteur".

Die nächste Ausbildungsrunde für mindestens acht Monteure startet im November mit einigen Verbesserungen, berichtet Fred Roscher, der in Offenbach für die Ausbildung der Netzmonteure zuständig ist. Acht Schnupperwochen in der zukünftigen Sparte zu Beginn der Ausbildung erlaubten erste Einblicke und sollen für die Praxis sensibilisieren. Im Übrigen werde der Ausbildungsgang auch Mitarbeitern der anderen MVV-Beteiligungen geöffnet. So entsenden die Stadtwerke Solingen und Ingolstadt künftig ebenfalls Mitarbeiter zu der Ausbildung nach Mannheim.

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