Halbjahresbilanz

MVV Energie AG wächst weiter

Das europaweit tätige Mannheimer Energieunternehmen steigerte sein operatives Ergebnis in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2002/03 um 15 Prozent. Die Errichtung der geplanten Regulierungsbehörde sieht MVV-Chef Hartung als Chance und als Risiko, eine Senkung der Netznutzungsentgelte lehnte er jedoch ab.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Der erfolgreiche Verkauf der Anteile an der Gasversorgung Süddeutschland (GVS) hat bei dem europaweit tätigen Energieverteilungs- und Dienstleistungsunternehmen MVV Energie AG (Mannheim) in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2002/03 zu einer Verdopplung des operativen Ergebnisses (EBIT) von 107 auf 232 Millionen Euro geführt. Aber auch ohne die einmaligen Sondereffekte im Zusammenhang mit dem GVS-Anteilsverkauf konnte die MVV Energie AG in diesem Zeitraum ihr Ergebnis operativ um 15 Prozent von 91 auf 105 Millionen Euro steigern.

Vorstandsvorsitzender Roland Hartung betonte bei der Vorlage der Halbjahreszahlen, "dass es der MVV Energie AG damit gelungen ist, auch bei gleichzeitig hohen Investitionen vor allem im Bereich der Erneuerbaren Energien ihr Rekordergebnis aus dem Vorjahr erneut zu steigern und den nationalen und internationalen Wachstumskurs konsequent fortzuführen". Der Umsatz der MVV Energie AG stieg von Oktober 2002 bis März 2003 um vier Prozent von 940 auf 976 Millionen Euro. Der Auslandsumsatz erhöhte sich dabei um 43 Prozent auf 107 Millionen Euro. Der um die Sondereffekte in Zusammenhang mit dem GVS-Verkauf bereinigte Periodenüberschuss nach Fremdanteilen stieg um sechs Prozent von 35 auf 37 Millionen Euro.

Im Stromsegment steigerte die MVV Energie AG gelungen ihren Umsatz in den zurückliegenden sechs Monaten um 34 Prozent. Im gleichen Zeitraum gingen aufgrund des Marktaustritts einiger internationaler Handelsunternehmen die Handelsvolumina auf den Großhandelsmärkten und damit auch die hier von der MVV Energie AG gehandelten Verkaufsmengen zurück, blieben jedoch mit 8,4 Milliarden Kilowattstunden auf hohem Niveau. In den noch negativen Ergebnissen des neuen Segments Erneuerbare Energien spiegeln sich die hohen Investitionen in Biomasse-Kraftwerke wider. Die Biomasse-Kraftwerke in Königs Wusterhausen, Mannheim und Flörsheim-Wicker werden wie geplant noch im Jahr 2003 den Betrieb aufnehmen.

Die Entscheidung der Bundesregierung, die bisherige Praxis der Verbändevereinbarung spätestens ab Sommer 2004 durch eine staatliche Wettbewerbsbehörde zu ersetzen, sei sowohl Chance als auch Risiko. Roland Hartung: "Wir befürworten eine Stärkung des Marktes etwa durch die Abschaffung der T-Komponente, eines Transportentgelts für grenzüberschreitende Stromlieferungen oder eine Zusammenlegung der bisherigen vier Regelenergiezonen. Die Veröffentlichung preisbeeinflussender Faktoren, wie beispielsweise die Verfügbarkeit von Kraftwerken und Netzkuppelkapazitäten sowie die Begrenzung der Netznutzungsentgelte im Hochspannungsnetz, sind weitere denkbare Maßnahmen einer Wettbewerbsbehörde, die für uns positive Auswirkungen hätten. Eine eventuell vorgeschriebene Senkung der Netznutzungsentgelte im Verteilernetz könnte jedoch unsere Ergebnisse negativ beeinflussen."

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