Quartalsbericht

MVV Energie AG bekräftigt Wachstumskurs

Der Mannheimer Energieversorger MVV kann auf einen starken Ertrags- und Umsatzsanstieg im zurückliegenden Quartal zurückblicken. Die MVV ist inzwischen siebtgrößter Stromversorger in Deutschland und sechstgrößtes europäisches Fernwärmeunternehmen.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Die Mannheimer MVV Energie AG hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2001/02 ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 49,7 Prozent von 280 auf 419,2 Millionen Euro und das operative Ergebnis (EBIT) um 14,5 Prozent von 34,6 auf 39,6 Millionen Euro gesteigert. Wie der Konzern bei der Vorlage des Zwischenberichtes für das abgelaufene Quartal mitteilte, ist die MVV Energie AG nach der Absatzmenge zwischenzeitlich zum siebtgrößten Stromversorger in Deutschland und zum sechstgrößten Fernwärmeunternehmen in Europa aufgestiegen.

Nach den Worten des Sprechers des Vorstands, Roland Hartung, hat das Energieunternehmen damit seine strategischen Ziele konsequent weiter verfolgt und seine Position als europaweit tätiges Energieverteilungs- und Dienstleistungsunternehmen nachhaltig ausgebaut. So konnte die MVV Energie AG in den zurückliegenden Monaten wichtige Beteiligungen an den Stadtwerken Solingen und Ingolstadt sowie den Fernwärmeunternehmen in der tschechischen Stadt Brno (Brünn) und im polnischen Bydgoszcz (Bromberg) erwerben, die erst in diesem Jahr konsolidiert werden. Roland Hartung: "Die Umsetzung unserer Wachstumsstrategie zeigt sich auch an der Entwicklung unserer Mitarbeiterzahlen von heute 3536 gegenüber 3210 vor einem Jahr."

Das kräftige Umsatzwachstum resultiert nach Unternehmensangaben im Wesentlichen aus dem ausgeweiteten Stromgroßhandel, aus Akquisitionserfolgen im überregionalen Stromgeschäft und aus einem witterungsbedingt höheren Wärmeumsatz. Für das Gesamtjahr ist unverändert ein Umsatz von mindestens 1,53 Milliarden Euro gegenüber 1,2 Milliarden Euro im Vorjahr und ein EBIT von 141 Millionen Euro (Vorjahr 133 Millionen Euro) geplant. Ein Teil des Wachstums soll durch neue Beteiligungen erreicht werden. Nach Geschäftssegmenten stammt die Zunahme des EBIT der MVV Energie Gruppe, so das Unternehmen, im wesentlichen aus Ergebnisverbesserungen bei Wärme, Gas und Müllheizkraftwerken. Hier wirken sich die Kostensenkungsmaßnahmen des Vorjahres positiv aus. Im Dienstleistungsgeschäft, das im 1. Quartal 2001/02 nur noch ein leicht negatives Segmentergebnis aufweise, zeichne sich der erwartete positive Ergebnistrend ab. Im Stromsegment sei das Quartalsergebnis dagegen zurückgegangen. Ein wesentlicher Grund hierfür liege im Konkurs des weltgrößten Energiehandelsunternehmens Enron, der durch Forderungsabschreibungen und Wiedereindeckung von Stromhandelsmengen im ersten Quartal 2001/02 zu einer einmaligen Sonderbelastung geführt habe.

Das Land Baden-Württemberg, die MVV Energie AG und die kommunalen Gesellschafter haben zudem im letzten Oktober ihre grundsätzlichen Veräußerungsabsichten für ihre Gesellschaftsanteile an der Gasversorgung Süddeutschland GmbH (GVS) erklärt. Eine Investmentbank erarbeitet derzeit konzeptionelle Lösungen für eine strategische Neuausrichtung der GVS und ermittelt den Wert des Unternehmens. Die MVV Energie AG geht davon aus, dass in den nächsten Wochen die Ergebnisse vorliegen werden und das Bieterverfahren eingeleitet werden kann. Roland Hartung: "Wir sind bereit unsere Anteile an der GVS von 26,25 Prozent zu verkaufen, wenn das Konzept des potenziellen Erwerbers zur Strategie der MVV Energie AG passt."

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