Museums-U-Boot mit sauberer Energieversorgung

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com
Das hätten sich die Erbauer von U-461 bestimmt nicht träumen lassen: das einst raketentragende russische U-Boot wird zur Museums-Attraktion abgerüstet und das Modernste an ihr ist nicht mehr das Waffensystem, sondern die umweltfreundliche Energieversorgungsanlage.


Im Gegensatz zur "Kursk" hat das russische U-Boot 461 alle seine Fahrten glücklich überstanden. Endgültig letzter Hafen ist das Maritim Museum in Peenemünde auf der Ostsee-Insel Usedom. Dort liegt es nun friedlich vertäut an der Pier eines ehemaligen Marinestützpunktes und zieht als Attraktion für Urlauber und Marineenthusiasten jedes Jahr Hunderttausende Besucher an. Das Boot der Juliett-Klasse ist das weltweit größte jemals gebaute konventionell angetriebene Unterseeboot. 1965 wurde es bei der Baltischen Rotbannerflotte in Dienst gestellt, um mit seinen Torpedos und vier Schiff-Schiff-Flügelraketen US-Flugzeugträger-Verbände im Nordatlantik in Schach zu halten. Doch Thomas Lamla, der Direktor des Museums, will mehr, als die Besucher zum Staunen bringen: "Wir möchten auch zeigen, wozu technische Meisterleistung missbraucht werden kann. Wenn eine Mutter mit ihrem Sohn das Boot verlässt, soll sie ihm sagen, dass es viel sinnvoller wäre, die ganze Technik für friedliche Zwecke einzusetzen."


Ein Paradebeispiel friedlicher Technik kann direkt vor dem Kommandoturm des U-Boots besichtigt werden. Es ist eine Dachs Heiz-Kraft-Anlage des Schweinfurter Herstellers SenerTec. Hier zeigt sich menschlicher Erfindungsgeist von seiner besten Seite, denn anstatt Vernichtungswaffen zu entwickeln, hat er sich bei dieser Anlage darauf konzentriert, kostengünstig und umweltschonend Energie zu erzeugen. Das Mini-Blockheizkraftwerk von der Größe einer Waschmaschine wurde am Jahresanfang installiert und läuft seitdem Tag und Nacht. Normalerweise wird der Dachs an Land eingesetzt - zur dezentralen Energieversorgung in Gewerbe, Gastronomie, Landwirtschaft, Kleinindustrie, öffentlichen Einrichtungen sowie im Wohnbereich. Doch auch der Standort Schiff scheint ihm zu behagen. Für Thomas Lamla liegen die Vorteile klar auf der Hand: "Wir brauchen elektrischen Strom für die Beleuchtung und Wärme für die Belüftungsanlage, um das Bootsinnere immer trocken zu halten. Es ist wirtschaftlicher, beides mit der Dachs Heiz-Kraft-Anlage zu produzieren, als Strom aus dem öffentlichen Netz und Wärme von einem separaten Heizkessel zu beziehen."


Der Museumsdirektor ist nicht nur sehr rührig, wenn es um sein Museum geht. Er hat jetzt eine Spendenaktion initiiert, um den Hinterbliebenen der Opfer der "Kursk"-Katastrophe unbürokratisch zu helfen. Unter den Spendern werden zehn Personen ausgewählt, die den betroffenen Familien die Spenden in Murmansk direkt übergeben. Spendenkonto: 1414, Sparkasse Vorpommern, BLZ 150 505 00, Stichwort "Spendenkonto Kursk".

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