Überraschungsfrei

Müntefering strikt gegen jede weitere Belastung der Industrie

Die Ökosteuer sei "eine gute Idee - man muss da nichts ändern", sagte SPD-Chef Franz Müntefering der "Leipziger Volkszeitung" und sprach sich strikt gegen jede weitere Belastung der Industrie und der Pkw-Nutzer aus. Die Auto-Attacke der Grünen sei eine "Phase der späten Pubertät".

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Leipzig (ddp/sm) - SPD-Chef Franz Müntefering ist strikt gegen jede weitere Belastung der Industrie und der Pkw-Nutzer. Die Ökosteuer sei "eine gute Idee - man muss da nichts ändern", sagte Müntefering der "Leipziger Volkszeitung" (Donnerstagausgabe). Er sei "gegen alles, was in irgendeiner Weise das Autofahren diskreditiert", fügte er an die Adresse der Grünen hinzu.

Die Ökosteuer-freundliche und Auto-kritische Politik des grünen Koalitionspartners nannte Müntefering "überraschungsfrei". Dass die Grünen immer wieder Attacken gegen das Auto ritten, sei Ausdruck einer "Phase der späten Pubertät". Aber die Politik werde in den entscheidenden Punkten in der Koalition "einvernehmlich" gestaltet. Wichtig sei, "dass die sozialdemokratische Grundlinie das Dominierende ist und auch bleibt".

Das Auto habe "einen großen Siegeszug gemacht" und sei "das entscheidende Mobilitäts-Instrument". Natürlich gehörten zum Gesamtpaket der Mobilität auch die Bahn, der Luft- und Seeverkehr. Aber: "Jeder, der das eine Verkehrsmittel gegen ein anderes ausspielt, hat den Gesamtzusammenhang von moderner Mobilität nicht verstanden." Das Auto werde "dominierend" bleiben. Im Übrigen ginge die von den Grünen geforderte Kerosinverteuerung beim Luftverkehr "ohnehin nur im europäischen Verbund". Die SPD setze darauf, dass die deutsche Autoindustrie, die "Grandioses" geleistet habe, bei der Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs von Pkws noch besser werde, sagte Müntefering.

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