Bewertung

Münsterland-Stromausfälle: Untersuchungsergebnisse bis Monatsende

Die Bundesnetzagentur will noch bis Monatsende eine Bewertung der massiven Stromausfälle Ende November im Münsterland vornehmen. Man habe die Bundesanstalt für Materialforschung mit der Erstellung eines Gutachtens zur Tauglichkeit des Materials und dessen Instandhaltung beauftragt.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin/Münster (ddp-nrw/sm) - Die Bundesnetzagentur will bis Ende Januar erste Untersuchungsergebnisse zu den massiven Stromausfällen im Münsterland vor knapp sechs Wochen vorlegen. Sein Haus stehe deswegen mit dem verantwortlichen Energiekonzern RWE im Dialog, sagte der Präsident der Behörde, Matthias Kurth, am Dienstag in Berlin. Das Unternehmen habe Unterlagen vorgelegt. Eine abschließende Bewertung erfordere jedoch weitere Informationen.

Kurth verwies darauf, dass die Bundesanstalt für Materialforschung in diesem Zusammenhang mit der Erstellung eines Gutachtens beauftragt wurde. Dabei gehe es insbesondere um die Tauglichkeit des verwendeten Materials bei den umgestürzten Strommasten, dem so genannten Thomasstahl, und um deren Instandhaltung.

Ende November waren im Münsterland nach einem plötzlichen Wintereinbruch über 80 Masten gebrochen und mehr als 200 000 Menschen zum Teil mehrere Tage von der Stromversorgung abgeschnitten. RWE hat bislang jede Mitschuld zurückgewiesen und von einer "Naturkatastrophe" gesprochen.

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