Ukraine

Moskau warnt vor Folgen des Gasstreits für Westeuropa

Im Erdgas-Streit mit der Ukraine hat nun auch die russische Regierung vor Folgen für die Lieferungen nach Westeuropa gewarnt. Das ukrainische Präsidentenbüro erklärte jedoch, die Ukraine werde sich trotz des angekündigten Lieferstopps nicht an Gas für Europa bedienen.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Moskau/Kiew (AFP/sm) - Möglicherweise führe die Haltung der Ukraine dazu, dass es zu Störungen in der Gasversorgung komme, erklärte Vize-Ministerpräsident Viktor Subkow am Montag in Moskau.

"Es ist nicht ausgeschlossen, dass die gegenwärtige Haltung der Ukraine zu Unterbrechungen in der Stabilität der Gaslieferungen nach Europa führen könnte", erklärte Russlands Vize-Ministerpräsident Subkow. Russland hatte am Donnerstag gedroht, die Gaslieferungen an die Ukraine zum Jahreswechsel einzustellen. Grundsätzlich wäre die Ukraine dennoch verpflichtet, das Gas Richtung Westeuropa durchzuleiten. Der russische Gasversorger Gazprom fordert vom ukrainischen Abnehmer Naftogaz Nachzahlungen von insgesamt 2,4 Milliarden Dollar (rund 1,8 Milliarden Euro).

Ukraine will sich nicht an Gas bedienen

"Die Ukraine wird im neuen Jahr niemandem das Gas stehlen", sagte Olexander Schlapak vom ukrainischen Präsidentenbüro der russischen Nachrichtenagentur Interfax am Montag. Die vorrätigen Gasreserven würden die Versorgung des Landes sichern, auch wenn vor Jahresende kein neuer Liefervertrag mit Russland unterzeichnet werde.

Ende vergangener Woche hatte bereits der Chef des russischen Gasverbandes, Walerij Jasew, vor Auswirkungen des Gasstreits bis hin nach Westeuropa gewarnt. Der Großteil der Gasimporte der EU aus Russland wird durch die Ukraine in den Westen gepumpt. Ein früherer Streit zwischen den beiden Ländern über die Gaspreise hatte im Januar 2006 die Lieferungen in eine Reihe europäischer Länder kurzzeitig beeinträchtigt.

Bundesregierung erwartet keine Engpasse

Die Bundesregierung erwartet hingegen keine Probleme aufgrund des Gasstreites. Die Gasspeicher der deutschen Gasversorger seien "gut gefüllt". Trotzdem hoffe die Regierung, dass die Probleme zwischen Russland und der Ukraine noch vor dem Jahreswechsel gelöst werden.

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