Endlager

Morsleben: Radioaktive Abfälle mit Salzgrus überdeckt

Die Sicherungsarbeiten im Südfeld des Atomendlagers Morsleben sind abgeschlossen. Seit November letzten Jahres wurden mittelradioaktive Abfälle mit 13 442 Kubikmeter Salgrus zugeschüttet.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com
Im Südfeld des Endlagers für radioaktive Abfälle Morsleben (ERAM) sind mittelradioaktive Abfälle seit November des Jahres 2000 mit insgesamt 13 442 Kubikmeter Salzgrus überdeckt worden. Der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz, Wolfram König, überzeugte sich gestern vor Ort vom vorläufigen Abschluss der Arbeiten. Der eingebrachte Salzgrus bedeckt radioaktive Abfälle, die dort in den Abbauen eins und zwei endgelagert sind. "Die Gefahr unzulässiger Freisetzungen radioaktiver Stoffe durch den Absturz tonnenschwerer Salzbrocken auf die Abfälle ist damit gebannt", stellte König zufrieden fest. Deshalb könne das Bergwerk bis auf das Südfeld jetzt auch wieder für den Besucherverkehr freigegeben werden.


Am 18. November vergangenen Jahres hatte Bundesumweltminister Jürgen Trittin gemeinsam mit dem BfS-Präsidenten die Öffentlichkeit über notwendige Maßnahmen zur Gefahrenabwehr informiert. Untersuchungen im Südfeld des ERAM hatten unerwartete Schädigungen in der Schwebe im Bereich des Abbaus zwischen der zweiten und der 3a-Sohle gezeigt. Dadurch bestand die Gefahr, dass herabfallende sogenannte Salzlöser Gebinde mit radioaktiven Abfälle beschädigen könnten - mit der Folge unzulässiger radioaktiver Freisetzungen im Grubengebäude. Deshalb wurden erste Maßnahmen zur Verfüllung von Resthohlräumen im Südfeld eingeleitet. Nach einer kurzen Anlaufphase wurden im fast durchgehenden Dreischichtbetrieb täglich etwa 140 Kubikmeter Salzgrus über Schächte in die Abbaue geschüttet - im Abbau eins über fünf, im Abbau zwei über zwei Schächte. Die darunter liegenden Schüttkegel reichen bis jeweils einen Meter unter die Firste der Abbaue. Somit sind jetzt alle radioaktiven Abfälle, die in den Hohlräumen lagern, von wenigstens drei Meter Salzgrus überdeckt. In Abbau eins wurden auf diese Weise insgesamt 8745 Kubikmeter Salzgrus eingebracht, im Abbau zwei waren es 4697 Kubikmeter.


Weitere Maßnahmen zur Verfüllung der verbliebenen Resthohlräume in den Abbauen eins und zwei sind Gegenstand eines noch einzuleitenden Genehmigungsverfahrens. Sobald noch notwendige bergtechnische Sicherungsarbeiten erfolgt sind und die Genehmigung vorliegt, werden die Resthohlräume mit sogenannter Blas-Versatztechnik nahezu vollständig verfüllt.

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