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Moderne Biogasanlage in Erbuch erzeugt Energie aus Mist

Die Heag NaturPur AG und die landwirtschaftliche Betriebsgemeinschaft in Erbuch werden gemeinsam eine der modernsten Biogasanlagen Deutschlands errichten. Durch eine spezielle Verarbeitung wird darin aus Gülle und Pferdemist Energie erzeugt.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Im hessischen Erbuch wird bald aus Kuhmist Energie erzeugt. Auf dem Hof der landwirtschaftlichen Betriebsgemeinschaft (LBG) wird derzeit eine der modernsten Biogasanlagen Deutschlands errichtet. Den ersten Spatenstich dazu machten am vergangenen Freitag der Geschäftsführer der LBG Gerd Holschuh und Josef Werum, Vorstand der HEAG-NaturPur AG im Beisein der Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Forsten, Frau Dr. Gundelach. Die Anlage ist ein Gemeinschaftsprojekt beider Unternehmen, die zu diesem Zweck eine gemeinsame Tochtergesellschaft, die NaturPur-Biogasgesellschaft Almenhof mbH gegründet haben, an der die HEAG NaturPur AG 51 Prozent der Anteile hält.

In der Biogasanlage sollen Gülle und Pferdemist aus der Tierhaltung der LGB Erbuch verarbeitet werden. Diese organischen Stoffe werden in einem großen Gärbehälter vermischt und unter Luftabschluss vergoren. Dabei entsteht hochwertiges Biogas mit einem Methangehalt von 55 bis 65 Prozent. Das Gas wird in einem speziellen Verfahren entschwefelt und gelangt dann in ein Blockheizkraftwerk. Dort erzeugt ein gasbetriebener Motor mit einem angekoppelten Generator Strom, der über das Netz der HEAG-Versorgungs-AG den Kunden der HEAG NaturPur zur Verfügung steht. Die Abwärme des Motors heizt die Wohnung der Familie Holschuh und erzeugt gleichzeitig die für den Gärprozess notwendige Betriebstemperatur. Das vergorene Substrat schließlich landet als hochwertiger und geruchsarmer Dünger auf den Feldern der LBG. "Wir schlagen damit gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe", so Josef Werum. "Wir erzeugen umweltfreundlich Strom und Wärme und verhindern gleichzeitig, dass das Methan aus der Gülle seine klimaschädliche Wirkung entfalten kann. Außerdem verwandeln wir einen eher problematischen Grundstoff wie Gülle zu einem hochwertigen Dünger."

Aber nicht nur die Umwelt profitiert von diesem Projekt - auch die finanzielle Seite stimmt. Die Anlage kostet insgesamt über eine halbe Million Mark, wovon etwa 160 000 Mark aus dem Hessischen Umweltministerium als Förderung kommen. Zukünftig soll sich die Anlage jedoch finanziell selbst tragen und eine regelmäßige Rendite erwirtschaften. Für die NaturPur AG hat die Anlage strategische Bedeutung: "Es gibt in Deutschland ein riesiges Potential an Biomasse für die Energiegewinnung", führt Josef Werum aus. "Wir wollen hier Erfahrungen für zukünftige Projekte sammeln und die Prozesse mit wissenschaftlicher Hilfe optimieren. Diese Erfahrungen könnten dann weiteren Projekten in der Region zugute kommen."

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