Mittelstand entdeckt Energierationalisierung

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com
"Die Kosten für Heizöl und Erdgas haben sich in jüngster Zeit enorm verteuert und werden auch im nächsten Jahr weiter steigen - gleiches gilt für die Strompreise. Die Frage der Energiekosten im Betrieb bleibt somit ein Dauerbrenner. Gleichzeitig entstehen immer neue Erkenntnisse und Technologien zum ökonomischen Einsatz von Energie", erklärte Jörg Hennerkes, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft und Mittelstand, Energie und Verkehr des Landes NRW auf einer Tagung mit dem Titel "Mittelstand stärken - neue Potentiale zur Energierationalisierung".


Der Wirtschaftsfaktor Energie stand im Zentrum des Zusammentreffens heute im Ruhrfestspielhaus in Recklinghausen. Etwa 200 Teilnehmer erfuhren anhand praktisch umgesetzter Beispiele aus der Wirtschaft, welche Chancen und Potentiale Energierationalisierungsmaßnahmen in sich tragen. Dabei wurde deutlich, dass Investitionen in Energieeffizienztechnik die gleichen Amortisationskriterien erfüllen wie Anschaffungen im Produktionsbereich. Staatssekretär Jörg Hennerkes betonte: "Der momentane Wirtschaftsaufschwung in Deutschland und speziell in Nordrhein-Westfalen sollte genutzt werden: Es gilt jetzt in Energieeffizienztechnologie und erneuerbare Energien zu investieren, um für wirtschaftlich schlechtere Zeiten gerüstet und seinen Konkurrenten einen Schritt voraus zu sein."


Dr. Norbert Hüttenhölscher, Leiter der Energieagentur NRW, stellte fest: "Noch zu wenige mittelständische Unternehmen haben erkannt, dass der Faktor Energie auch nach der Liberalisierung des Strommarktes über ein beträchtliches Rationalisierungspotential verfügt, zumal langfristig wieder mit steigenden Energiekosten zu rechnen ist." Dass Energierationalisierung nicht nur für Großunternehmen interessant ist, bestätigte Friedhelm Utsch von der Rittal GmbH in Burbach/Haiger, einem nordrhein-westfälischen Hersteller von Schaltschränken. Dort wurde - im Anschluss an eine Beratung durch die Ingenieure der Energieagentur NRW - der Stromverbrauch um 28 Indexpunkte und der Gasverbrauch um 32 Indexpunkte sowie der Wasserverbrauch um 5,3 Liter pro Produktionseinheit gesenkt. Auch die Heizenergie je Kubikmeter Raumluft verringerte sich von 46,2 Kilowattstunden (kWh) auf 39,1 kWh. "Um diese ökologischen und ökonomischen Ziele zu erreichen, bedurfte es einer entsprechenden Unternehmenspolitik bzw. -philosophie, einer klaren Zuteilung von Verantwortlichkeiten und einer kontinuierlichen und konsequenten Durchführung der beschlossenen Maßnahmen", erklärte Utsch.


Weitere Informationen unter www.ea-nrw.de.

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