Kopplung an Öl

MIT-Experte: Gaspreise hätten sinken müssen

Der Energieexperte in der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU (MIT), Günter Reisner, ist der Meinung, dass sich Erdgas seit Oktober 2001 hätte um durchschnittlich 0,84 Prozent verbilligen müssen. Ein Durchschnitthaushalt hat seiner Meinung nach knapp 300 Euro zu viel bezahlt.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Osnabrück (ddp/sm) - Die Kopplung an den Heizölpreis hätte nach Ansicht von Experten seit Oktober 2001 zu einer Verbilligung von Erdgas in Deutschland um durchschnittlich 0,84 Prozent führen müssen. Stattdessen habe es bis Oktober 2005 deutliche Preissteigerungen gegeben, die von den Gasversorgern zu Unrecht mit der Kopplung an den Ölpreis begründet würden, sagte der Energieexperte in der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU (MIT), Günter Reisner, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitagausgabe).

So hätten etwa die noch vergleichsweise günstigen Stadtwerke Hamm seit 2001 ihr Gas im Schnitt um 6,75 Prozent verteuert. "Das bedeutet, dass dort ein Durchschnittshaushalt im genannten Zeitraum rund 290 Euro zuviel für Erdgas bezahlt hat", sagte der Fachmann aus Meppen.

Reisner zufolge halten sich die meisten Konzerne "nicht wirklich" an die Preiskopplung, sondern nutzten diese in skandalöser Weise einseitig zur "Maximierung ihrer Gewinne". Preissenkungen beim Öl würden nur verzögert und meist nicht in vollem Umfang an die Gaskunden weitergegeben.

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