Misserfolge im Probebetrieb von Müllverwertungsanlage

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com
Die neuartige Thermoselect-Müllverwertungsanlage in Karlsruhe soll durch völlig rückstandfreie Müllverbrennung Energie erzeugen. Doch ein Störfall folgte auf den nächsten, Abgasgrenzwerte wurden überschritten und ständig mussten Nachbesserungen durchgeführt werden. Dies hatte zur Folge, dass sich jetzt der Widerstand in der Bevölkerung regt.


Trotz allem bezieht Thermoselect zur Anlage auch weiterhin eine positive Position. Wie bei jeder völlig neuen Technik müssten erst im Großbetrieb auffallende Fehler ausgemerzt werden. Der Probebetrieb werde solange wie nötig dauern, so Klaus Wertel, Pressesprecher der Energie Baden-Württemberg (EnBW), deren Tochter Thermoselect ist.


Die Grünen bemängeln an der neuen Technologie vor allem zwei Punkte. Die Anlage sei technisch noch nicht ausgereift und deswegen gefährlich. Dioxine, Furane und Schwermetalle könnten die Gesundheit der Anwohner gefährden. Des Weiteren werde gar keine Energie erzeugt, sondern vielmehr verbraucht. Sollten sich diese Vorwürfe bestätigen, wäre die ursprüngliche Genehmigung aufgrund falscher Tatsachen erteilt worden.


Mit der Aussage, dass die Anlage im Normalbetrieb Energie erzeuge, und zwar etwa 2,7 Megawatt Strom und 50 Megawatt Fernwärme, wies Friderike Eggstein, Pressesprecherin von Thermoselect die Vorwürfe zurück. Der zweite der bezifferten Werte entspreche ungefähr der Hälfte des Jahresbedarfs der Stadt Karlsruhe.


Bis die Anlage im Regelbetrieb fährt dauert es vermutlich noch bis April, falls kein Störfall auftritt und die Messungen und Nachbesserungen im bis 31. März verlängerten Probebetrieb abgeschlossen werden können.

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