Alles falsch!

Missbrauchsverfahren des Kartellamts: EAM wehrt sich

Zu den zehn Netzbetreibern, gegen die das Bundeskartellamt heute ein Missbrauchsverfahren wegen überhöhter Netznutzungsentgelte eingeleitet hat, gehört auch die EAM in Kassel. Das Unternehmen hält die Vorwürfe jedoch unverändert für falsch.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Heute morgen hat das Bundeskartellamt bekannt gegeben, dass gegen zehn Netzbetreiber ein Missbrauchsverfahren wegen überhöhter Netznutzungsentgelte eingeleitet wird. Eines der betroffenen Unternehmen ist die EAM in Kassel, die den Vorwurf überhöhter Netznutzungsentgelte unverändert für falsch hält. Ebenfalls betroffen sind u.a. Avacon, MEAG, envia, TEAG und HEAG.

Die Netznutzungsentgelte würden auf der Basis der Kalkulationsgrundlagen der sogenannten Verbändevereinbarung gebildet, begründete das Unternehmen seine Einschätzung heute in einer Mitteilung. Zusätzlich würden diese Kalkulationen durch Testate von Wirtschaftsprüfern dokumentiert, die dem Bundeskartellamt auch vorlägen. Unverändert gelte auch, dass Unterschiede in der Netzentgelthöhe zwischen den einzelnen Netzbetreibern auf strukturellen Unterschieden beruhen, die in der Praxis zu unterschiedlichen Kostensituationen führen und ihren Niederschlag in den erhobenen Netzentgelten finden müssten, so die EAM weiter. Zudem handelt es sich nach Meinung der EAM bei dem angekündigten eingeleiteten Missbrauchsverfahren um einen Auskunftsbeschluss. Das heißt - nach EAM-Interpretation - das Bundeskartellamt befinde sich nach wie vor in einer Ermittlungsphase.

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