Umweltdaten 2009

Ministerin ruft Privathaushalte zum Energiesparen auf

Baden-Württembergs Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) hat die Privathaushalte zum Energiesparen aufgerufen. Etwa ein Drittel der jährlichen CO2-Emissionen gingen auf das Konto der Privathaushalte, sagte Gönner bei der Vorstellung der Umweltdaten 2009. Vor allem bei der energetischen Gebäudesanierung bestehe ein "großer Stau".

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Stuttgart (ddp-bwb/red) - Im vergangenen Jahr seien weniger als zwei Prozent der 2,3 Millionen Gebäude energetisch saniert worden. Der Bund müsse die für dieses Jahr zur Verfügung stehenden Zuschüsse von 500 Millionen Euro bei Bedarf aufstocken.

Gönner sieht große Fortschritte beim Klimaschutz

Gönner sagte, die inzwischen 30-jährigen Messreihen seien ein "Gradmesser für die Bewertung der Umweltpolitik". Baden-Württemberg habe "enorme Fortschritte" gemacht. "Wesentlicher Erfolgsfaktor" sei das "hohe Umweltbewusstsein in der Bevölkerung" seit den 70er Jahren. Dennoch gebe es "neue Herausforderungen" wie den Klimawandel, der eine "globale Dimension" habe.

Umweltschutz habe sich "vom vermeintlichen Hemmschuh zum Motor für wirtschaftliches Wachstum" entwickelt, sagte Gönner. Die Umweltbranche im Land habe im Jahr 2007 einen Umsatz von 4,2 Milliarden Euro verzeichnet. Rund 150.000 Menschen seien im Umweltsektor beschäftigt.

BUND: Energieverbrauch nach wie vor zu hoch

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisierte die Statistik als "Mogelpackung". BUND-Landesvorsitzende Brigitte Dahlbender kritisierte: "Baden-Württemberg ist noch meilenweit von einer nachhaltigen Entwicklung entfernt." Die Daten belegten, dass sich die Umweltbelastungen trotz kleiner Verbesserungen "auf einem viel zu hohen Niveau" bewegen. So bleibe der Endenergieverbrauch je Einwohner trotz der angestrebten Effizienzsteigerungen konstant auf hohem Niveau.

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