CCS-Richtlinie

Ministerien einig über unterirdische CO2-Speicherung

Bundeswirtschafts- und Bundesumweltministerium haben sich auf einen Gesetzentwurf zu Abscheidung, Transport und dauerhafter Speicherung von Kohlendioxid geeinigt. Damit brachten die beiden Ministerien nun einen Lösungsvorschlag zur rechtlichen Umsetzung der im Dezember 2008 verabschiedeten europäischen CCS-Richtlinie auf den Weg.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Der Gesetzentwurf soll im März dem Bundeskabinett vorgelegt werden, wie das Wirtschaftsressort heute mitteilte. Dieser schlägt Regelungen zum Transport von Kohlendioxid in Pipelines von den Kraftwerken zu den Speicheranlagen sowie zur Untersuchung von geeigneten Speicherorten vor.

Auch ein Fahrplan zur Errichtung und den Betrieb von Kohlendioxidspeichern ist in dem Entwurf enthalten. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe soll gemeinsam mit dem Umweltbundesamt die Analyse und Bewertung geeigneter Untertagespeicher übernehmen.

Vattenfall hatte im September 2008 eine Pilotanlage für ein CO2-armes Kohlekraftwerk in Betrieb genommen. In dieser Anlage werden mehr als 90 Prozent des bei der Verbrennung von Braunkohle anfallenden Kohlendioxids abgeschieden. Das Treibhausgas wird demnach nicht wie im konventionellen Kohlekraftwerk in die Atmosphäre entlassen, sondern für den Transport und die unterirdische Speicherung weiterbehandelt.

Technologische Basis des Projekts ist das sogenannte Oxyfuel-Verfahren: Die Kohle wird in einer Atmosphäre aus rezirkuliertem Rauchgas und reinem Sauerstoff verbrannt. Durch Auskondensieren wird das CO2 dann aus dem Rauchgasstrom getrennt und durch Druck verflüssigt. So lässt es sich transportieren und in geologischen Formationen unter der Erdoberfläche oder dem Meeresgrund speichern.

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