Große Lasten

Minister warnt vor höheren Stromkosten wegen Emissionshandel

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) warnt anlässlich der geplanten Fortentwicklung des Emissionshandels vor steigenden Stromkosten. Deutschland dürfe wegen seines höheren Anteils an auf Kohle basierender Stromgewinnung nicht allein die Lasten des Emissionshandels tragen, sagte Tillich.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Dresden (ddp-lsc/sm) - Er verwies darauf, dass ein sofortiger Einstieg in die 100-prozentige Versteigerung von Verschmutzungsrechten, wie er von der EU-Kommission angestrebt wird, zu Wettbewerbsnachteilen der deutschen Energiewirtschaft und damit zu steigenden Stromkosten für die Verbraucher führen werde.

Tillich setzt sich für einen stufenweisen Einstieg in den Emissionshandel ein. Die Versteigerung der Zertifikate soll demnach im Jahr 2013 bei rund 20 Prozent beginnen und erst bis 2020 auf 100 Prozent gesteigert werden. Die Kommission müsse zudem einen gerechten Lastenausgleich anstreben, Begünstigungen für einzelne Länder wie zum Beispiel Polen, müssten verhindert werden, betonte Tillich.

Die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Länder wollen am 11. und 12. Dezember in Brüssel über die Auktionierung von Emissionszertifikaten für die 2013 beginnende dritte CO2-Handelsperiode entscheiden.

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