Verbraucher entlasten

Minister fordert Gaspreissenkungen um 25 Prozent

Angesichts des deutlich gesunkenen Ölpreises fordert Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Werner Marnette (CDU) die Gasversorger zu Preissenkungen auf. Nach seinen Berechnungen müssten die Tarife um mindestens ein Viertel sinken. Dadurch könnten die Verbraucher um Hunderte Euro im Jahr entlastet werden.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - "Fallende Energiepreise sind das beste Konjunkturprogramm", sagte Marnette. Der Minister beklagte gleichzeitig den fehlenden Wettbewerb und die mangelnde Preistransparenz auf dem deutschen Gasmarkt.

Die Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Claudia Kemfert, stellte sich hinter die Forderung von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) nach schnellen Gaspreissenkungen. "Jede Entlastung, auch die Senkung der Gaspreise, wäre gut für die Verbraucher, aber auch für die Konjunktur", sagte Kemfert der "Passauer Neuen Presse". Der Politik seien an dieser Stelle jedoch Grenzen gesetzt. "Die Gas-Öl-Preisbindung ist eine privatwirtschaftliche Vereinbarung. Da kann man nur appellieren", sagte sie.

Kemfert forderte die Bundesregierung auf, für mehr Wettbewerb auf dem Energiemarkt zu sorgen und die Energieversorgung umzustellen. "Die Verbraucher könnten sich einen anderen Anbieter suchen. Das ist bei dem geringen Wettbewerb auf dem Gasmarkt allerdings nicht immer von Erfolg gekrönt", sagte sie.

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