Fusions-Ja vom Kartellamt

Mineralölkonzerne haben Auflagen fristgerecht erfüllt

Um fusionieren zu können, mussten die Mineralölkonzerne Shell und Dea auf der einen und BP und Veba Oel auf der anderen Seit, 5,3 bzw. vier Prozent ihrer Marktanteile am inländischen Kraftstoffabsatz abgeben. Dazu hat ein Eigentümerwechsel an 1700 von knapp 15 300 Tankstellen in Deutschland stattgefunden.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Die strikten Auflagen, unter denen das Bundeskartellamt im Dezember 2001 die Zusammenschlussvorhaben der Deutschen Shell GmbH (Hamburg) und der DEA Mineralöl AG (Hamburg) sowie der Deutschen BP AG (Hamburg) und der Veba Oel AG (Gelsenkirchen) freigegeben hatte, sind von den Unternehmen fristgerecht erfüllt worden.

Die Auflagen betrafen im wesentlichen den deutschen Tankstellenmarkt. Hier verpflichteten sich die Unternehmen 5,3 bzw. vier Prozent ihrer Marktanteile an inländischem Kraftstoffabsatz zu veräußern. Dies sollte vorrangig durch den Verkauf von Tankstellen geschehen. Weitere Auflagen hatten zum Ziel, die Versorgungsmöglichkeiten unabhängiger Tankstellenbetreiber zu verbessern. Kartellamtspräsident Ulf Böge: "Die Auflagen im Tankstellenbereich können als vollständig erfüllt angesehen werden. Lediglich die behördliche Genehmigung zweier Übernahmevorhaben steht noch aus. Mit der Erfüllung der Auflagen findet ein deutlicher Wechsel im Farbenspektrum des deutschen Tankstellenmarktes statt. So wird ein Eigentümer- bzw. Markenwechsel an 1700 von kanpp 15 300 Tankstellen in Deutschland vollzogen. Hinzu kommen noch entsprechende Wechsel an Bundesautobahn-Tankstellen. Ich bin zuversichtlich, dass von so veränderten, wettbewerbsfördernden Strukturen im deutschen Tankstellenmarkt sowohl der Mineralölmittelstand als auch die Verbraucher profitieren werden. Dies auch, weil neue Eigentümer wie ORLEN und OMV für Unabhängigkeit stehen und über Erfahrung im Tankstellengeschäft verfügen."

Die polnische ORLEN sowie die österreichische OMV, die 500 bzw. 280 Tankstellen aus dem Tankstellenpool der BP / Veba Oel erworben haben, waren bis jetzt noch nicht bzw. nur in geringem Umfang im deutschen Tankstellengeschäft vertreten. Ein dritter großer Erwerber ist TotalFinaElf, die etwa 130 Tankstellen aus dem Shell / DEA – Pool übernehmen will. Böge begrüßte, dass insbesondere auch eine Vielzahl von mittelständischen Mineralölunternehmen und Tankstellenbetreibern kleinere Pakete oder einzelne Tankstellen von der Shell / DEA übernommen haben.

Die Kraftstoffversorgung dieser neuen Eigentümer erfolgt weitgehend unhängig von den Quellen der Veräußerer. So bringt die polnische ORLEN entsprechende Mengen aus eigenen Kapazitäten neu auf den deutschen Markt. Die österreichische OMV hat zu diesem Zweck Raffineriekapazitäten im süddeutschen Raum erworben, bringt aber auch eigene Mengen in den deutschen Markt ein. Bestandteil des Verkaufs von Tankstellen an mittelständische Mineralölunternehmen war auch das Angebot einer mehrjährigen günstigen Kraftstoffbelieferung, die zumindest befristet als Garant für eine sichere und preisgünstige Versorgung der unabhängigen Tankstellenbetreiber angesehen werden kann.

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