Landesplanung

Mindestabstand zwischen Tagebau und Siedlungen gefordert

Nach Einführung eines Mindestabstandes von 1000 Metern zwischen Windkraftanlagen und Siedlungen in Brandenburg fordert die Grüne Liga nun auch einen Mindestabstand zwischen einem Tagebau und Siedlungen. Eine verbindliche Festlegung größerer Abstände durch die Landesplanung sei möglich und notwendig, sagte ein Sprecher.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp-lbg/red) - Festlegungen der Landesplanung könnten und sollten über die Grenzwerte des Berg- und Immissionsschutzrechtes hinausgehen, nach denen bisher die Abstände zwischen Ortschaften und Tagebauen festgelegt würden, sagte der Vertreter der Umweltverbände im brandenburgischen Braunkohleausschuss, René Schuster.

Konsequenz aus Unglück in Nachterstedt

Der 1000-Meter-Abstand zwischen Siedlungen und Windparks sei dafür ein Beispiel. Ein solcher Mindestabstand sei auch für den Bergbau eine der notwendigen Schlussfolgerungen aus dem folgenschweren Erdrutsch an einem Tagebausee in Nachterstedt in Sachsen-Anhalt.

Dort war eine Böschung am Concordia-See abgerutscht und hatte zwei Häuser mit in die Tiefe gerissen. Drei Menschen werden seitdem vermisst. Die Häuser der Siedlung wurden evakuiert, die Siedlung wurde für unbewohnbar erklärt.

Nur 150 Meter Abstand bei geplantem Tagebau

Aus einem Brief des brandenburgischen Landesamts für Bergbau, Geologie und Rohstoffe von Anfang Juli gehe hervor, dass künftige Braunkohletagebaue möglicherweise weniger als 300 Meter Abstand zu Siedlungen einhalten müssen, sagte Schuster.

Anlass der Forderung der Grünen Liga nach einem verbindlichen Mindestabstand ist das laufende Planverfahren für den Tagebau Welzow-Süd. Dort plant der Energiekonzern Vatttenfall nach Schusters Darstellung einen Abstand von nur 150 bis 250 Meter zur Stadt Welzow. Mit dem Abschluss des Planverfahrens wird im Jahr 2014 gerechnet.

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