Energiekosten belasten Verbraucher

Mieterbund fordert Verdoppelung des Heizkostenanteils

Der Deutsche Mieterbund (DMB) fordert angesichts steigender Energiepreise die Erhöhung des Wohngeldes und der Hartz-IV-Regelsätze. Einkommensschwache Haushalte müssten teilweise mehr als die Hälfte ihres Nettoeinkommens für eine Warmmiete ausgeben, sagte DMB-Präsident Franz-Georg Rips.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Erfurt (ddp/sm) - Der DMB hat ein Zehn-Punkte-Programm vorgestellt, mit dem die Verbraucher entlastet werden sollen. Um kurzfristige Entlastung zu schaffen, sei unter anderem eine Verdoppelung des Heizkostenanteils der ab 1. Januar 2009 in Kraft tretenden Wohngelderhöhung notwendig.

Zudem fordert der DMB zinslose Darlehen oder Zuschüsse in Form von Einkaufsgutscheinen für finanziell schwache Haushalte, um ihnen der Kauf von energiesparenden Elektrogeräten zu ermöglichen. Rips sprach sich für die bundesweite Einführung eines sogenannten Grundtarifs für die Stromversorgung von privaten Haushalten aus, der "deutlich unter dem bisherigen Energiepreis" liegen müsse. Im Falle eines höheren Verbrauchs könnten die Versorger gestaffelte Preise fordern.

Den Angaben des DMB zufolge stiegen die Energiepreise zwischen den Jahren 2000 und 2007 vier- bis fünfmal schneller als die Lebenshaltungskosten. Beispielsweise habe sich in diesem Zeitraum Strom um mehr als ein Drittel und Gas um 62,4 Prozent verteuert. Für September und Oktober 2008 hätten zudem 276 Gasversorger weitere Preiserhöhungen bis zu 30,6 Prozent angekündigt. Im Vergleich dazu seien die Kaltmieten für Wohungen zwischen 2000 und 2007 um 8,1 Prozent gestiegen, fügte Rips hinzu.

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