Mietrecht

Mieter muss auch im Sommer heizen können

Immer wieder gibt es auch mitten im Sommer kalte Tage, an denen man am liebsten die Heizung anstellen würde. Teilweise jedoch hat der Vermieter die Oberhand über die Heizungsanlage. Wird es aber kalt genug, muss er die Heizung anschalten. Eine Mindesttemperatur zum Wohlfühlen muss immer drin sein.

Heizung© Eisenhans / Fotolia.com

Recklinghausen (dpa/tmn/red) - Der Vermieter sei verpflichtet, die zentrale Heizungsanlage so einzustellen, dass in der Wohnung eine Mindesttemperatur von 20 bis 22 Grad herrschen könne. Darauf weist Claus O. Deese vom Mieterschutzbund in Recklinghausen hin. Das sei auch die übliche Wohlfühltemperatur. In der Nacht, zwischen 23.00 beziehungsweise 24.00 Uhr und 6.00 Uhr, könne die Temperatur leicht darunterliegen. Laut aktueller Rechtsprechung stelle aber erst eine Raumtemperatur unter 18 Grad an einem Tag einen Mangel dar, erläutert Deese.

Unter 18 Grad ist Mietkürzung möglich

So urteilte zum Beispiel das Landgericht München, dass bei Temperaturen von 15 bis 17 Grad ein schwerwiegender Mangel vorliege. Der Mieter kann in solchen Fällen die Miete kürzen (Az.: I 20 S 3739/84) oder sogar fristlos kündigen, wie das Landgericht Landshut entschied (Az.: 1 S 1222/85). Ältere Urteile sahen erst einen Wert von unter 17 Grad über mehrere Tage als zu wenig an.

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