Studie

Mieten statt kaufen - auch bei Energieerzeugung

Die Unternehmensberatung Frost und Sullivan hat den Europamarkt für die Vermietung von Energieerzeugungsanlagen analysiert. Ergebnis: Das Mieten von Energieerzeugungsanlagen gewinnt zunehmend an Bedeutung.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Immer weniger Unternehmen investieren künftig in den Bau eigener Energieanlagen - viele setzen stattdessen auf Miete. Entsprechend soll der Umsatz auf dem Europamarkt für die Vermietung von Anlagen zur Energieerzeugung von über 360 Millionen US-Dollar im Jahr 2000 auf rund 550 Millionen US-Dollar im Jahr 2007 ansteigen. Zu diesem Ergebnis kommt die Unternehmensberatung Frost und Sullivan in einer neuen Analyse namens "The European Power Generation Rental Market".

Angesichts der aktuellen Wirtschaftslage drosseln viele Unternehmen ihre Investitionen und orientieren sich stärker auf kurzfristige Renditen. Das Mieten von Energieerzeugungsanlagen, meist von Dieselaggregaten, stellt dabei nach Ian French, Marktforschungsanalyst bei Frost und Sullivan, eine kostengünstige Möglichkeit dar, Energie einzusetzen, ohne in Anlagen investieren und Personal vorhalten zu müssen. Kurzzeit-Energieversorgungsverträge erfreuen sich deshalb wachsender Beliebtheit. Vorübergehende Energieengpässe, steigender Energiebedarf und Kostenvorteile durch Mieten tragen zur Attraktivität dieser Lösung bei. Entsprechend ist in sämtlichen Abnehmerbranchen mit einem deutlichen Wachstum zu rechnen, wobei Bauwesen, Industrie und die Veranstaltungsbranche mit zusammen mehr als 65,5 Prozent des Gesamtumsatzes im Jahr 2000 auch in Zukunft am lukrativsten sein dürften.

Obwohl der Markt in den nächsten zehn Jahren kräftig wachsen soll, bleibt eine Reihe von Hindernissen zu überwinden. Vor allem müssen die Industriekunden noch besser mit den Vorteilen des Mietens von Energieerzeugungsanlagen vertraut gemacht werden. Ein weiteres Wachstumshemmnis ist die Tatsache, dass Bauunternehmen in Regionen wie Deutschland und Skandinavien Energie aus dem Netz beziehen können. Insgesamt dominieren aber auf dem Gesamtmarkt die positiven Triebkräfte.

Eine Anlage bringt während ihrer Lebensdauer bis zum Zehnfachen der Investitionskosten ein. Eingerechnet ist dabei normalerweise auch ihr Verkauf auf dem Gebrauchtanlagenmarkt. Allerdings überholen einige Anbieter ihre Anlagen und erzielen dann wieder 60 bis 70 Prozent des Neupreises. Solche Margen ziehen immer mehr Unternehmen an, und immer mehr konzentrieren sich auf den Bau- und den Veranstaltungssektor. So ist zu erwarten, dass sich der Markt in den nächsten Jahren erheblich konsolidieren wird. Dabei werden die Marktführer ihre Positionen durch Fusionen und Übernahmen festigen. Die meisten Opfer dürften unter den Unternehmen zu finden sein, die sich auf Anwendersektoren am unteren Ende der Preisskala wie Bauwesen und Veranstaltungsbetrieb beschränken. Mit der Verschärfung des Wettbewerbs wird das Preisniveau sinken, wodurch das Mieten für die Anwender noch attraktiver werden dürfte.

Marktführer auf gesamteuropäischer Ebene ist Aggreko, doch verfügen auch andere Marktteilnehmer über nennenswerte Marktanteile in bestimmten Länder- oder Regionalmärkten. Einige größere Unternehmen verfolgen Strategien zur Ausdehnung ihrer Aktivitäten über ihre bisherigen Geschäftsfelder hinaus. Mit dem Wachstum des Marktes haben sie sich auf Mehrwertdienstleistungen wie Kühlung, Spezialanlagen und technische Beratung konzentriert.

Die Studie "The European Power Generation Rental Market" (Report 3942) kostet 5500 Euro.

Top