Bilanz

Metallarbeitgeber kritisieren hohe Energiepreise als Standortnachteil

Der Verband der Sächsischen Metall- und Elektroindustrie kritisiert die hohen Energiepreise und Gewerbesteuern in Sachsen. Die Energiepreise hätten sich seit 1998 bundesweit um mehr als 200 Prozent erhöht. Besonders für energieintensive Betriebe sei dies ein entscheidender Standortfaktor, hieß es.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Dresden (ddp-lsc/sm) - "Steigende Energiekosten beeinflussen immer stärker die Wettbewerbsfähigkeit", sagte Sachsenmetall-Präsident Andreas Huhn bei der Vorstellung der Bilanz 2005 der sächsischen Metall- und Elektroindustrie am Dienstag in Dresden.

Die Energiepreise hätten sich seit 1998 bundesweit um mehr als 200 Prozent erhöht. Besonders für energieintensive Betriebe sei dies ein entscheidender Standortfaktor, fügte Huhn hinzu. "Es gibt von einigen Unternehmen die Überlegungen, eigene Biomasse-Kraftwerke zu bauen, um unabhängiger von den Energiepreisen zu werden", unterstrich Huhn. Das Wirtschaftsministerium habe den Handlungsbedarf erkannt und müsse jetzt Regeln schaffen, um dieser Entwicklung Einhalt zu bieten.

Der Umsatz von Sachsenmetall sei 2005 um etwa neun Prozent gewachsen. Insgesamt erwirtschafteten die Unternehmen der Branche mit 25,5 Milliarden Euro 2,2 Milliarden mehr Umsatz als im vorangegangenen Jahr. Die Zahl der Arbeitsplätze sei um 3455 gestiegen, sagte der 54-jährige Präsident. "Im Vergleich zu Gesamtdeutschland verläuft damit die Beschäftigungskurve nach oben statt nach unten", sagte Huhn. Positiv bewerte der Vorstand, dass es auf Landkreisebene bereits 50 bis 60 Zusammenschlüsse von Unternehmen gebe, die gemeinsam Strom einkaufen würden. "Die Unternehmen verzeichnen damit 10 bis 15 Prozent Ersparnis gegenüber dem Einzelkauf", betonte Hauptgeschäftsführer Andreas Winkler.

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