Lettland und Litauen

Merkel will Energieprojekte im Baltikum unterstützen

Deutschland und Lettland wollen in Energie- und Wirtschaftsfragen enger zusammenarbeiten. Bundeskanzlerin Merkel sagte bei einem Besuch in Riga am Dienstag zu, sich für deutsche Investitionen in dem baltischen Land sowie für eine bessere Energie-Anbindung an die EU einzusetzen. Am Montag hatte Merkel Zusagen in Litauen gemacht.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Riga (afp/red) - Der lettische Regierungschef Valdis Dombrovskis will vor allem die Abhängigkeit seines Landes von Russland verringern. Die mehr als zwei Millionen Einwohner beziehen ihr Gas ausschließlich von Russland und zahlen dafür rund ein Drittel mehr als Deutschland. Die Frage nach der Gasversorgung des Landes ist eines der Top-Themen im Vorfeld der lettischen Parlamentswahlen am 2. Oktober. Das Hauptproblem beim Aufbau neuer Versorgungswege sei die Finanzierung, sagte Dombrovskis. Da sei die Unterstützung der EU wichtig.

Merkel forderte, dass es in der EU bis zum Energiegipfel der Staats- und Regierungschefs im nächsten Februar einen Plan zur künftigen Vernetzung von Stromleitungen und Gaspipelines in der EU geben müsse. Deutschland verstehe seine Rolle und die des deutschen EU-Kommissars für Energie, Günther Oettinger, auch darin, für Vertrauen zwischen Russland und den mittel- und osteuropäischen Staaten zu werben.

Bei ihrem Besuch in Litauen am Vortag hatte Merkel der Regierung dort Unterstützung beim geplanten Bau eines neuen Atomkraftwerks zugesagt. Litauen hatte Ende vergangenen Jahres auf Verlangen der EU sein einziges Atomkraftwerk Ignalina im Osten des Landes abgeschaltet und musste daraufhin seine Versorgung komplett umstellen. Litauen plant das Projekt im Verbund mit den Nachbarstaaten Lettland, Estland und Polen. Die Fortschritte sind bislang allerdings bescheiden, das neue Akw wird wohl nicht vor 2020 am Netz sein.

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