Standpunkt

Merkel lehnt eigenes Energieministerium ab

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hält ein eigenständiges Energieministerium auf Bundesebene derzeit nicht für nötig. Die Regierungschefin sei der Meinung, dass Bundeswirtschafts- und Bundesumweltministerium derzeit gut zusammenarbeiten. In den vergangenen Tagen wurde ein Minister für Energie mehrfach gefordert.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (dapd/red) - Der stellvertretende Regierungssprecher Georg Streiter verkündete am Mittwoch in Berlin die Haltung der Kanzlerin. Das Problem, das viele sehen: Beide Ressorts sind mit Energiethemen befasst.

Ein Energieminister war mehrfach gefordert worden

CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt hatte der "Financial Times Deutschland" gesagt, die Aufteilung der Zuständigkeiten zwischen Wirtschafts- und Umweltministerium führe naturgemäß zu "Reibungen und Ineffizienzen". Die Bündelung in einem neuen, eigenständigen Ministerium könne daher sinnvoll sein - allerdings erst in der nächsten Legislaturperiode.

Auch die Energiewirtschaft hat schon Sympathie bekundet

Anfang der Woche hatte auch der Vorsitzende der Hessen-SPD, Thorsten Schäfer-Gümbel, vorgeschlagen, ein eigenständiges Energieministerium einzuführen. Neu ist die Idee nicht, sie kursierte auch in Unionskreisen vor der Kabinettsbildung nach der Bundestagswahl 2009. Damals hatte auch der damalige E.on-Chef Bernotat Sympathie für die Idee eines Energieministers bekundet.

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