Papierreste gefunden

Meldepflichtiges Ereignis im Kernkraftwerk Philippsburg

Bei der planmäßigen Revision des EnBW-Kernkraftwerks Philippsburg wurden in 23 Rückschlagventilen einer der Ringleitungen und einem Rückschlagventil der zweiten Ringleitung Papierreste gefunden. Auch ein Drosselventil war verstopft. Wo die Papierreste herkommen, wird derzeit noch ermittelt.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Bei den Revisionsarbeiten im Block 1 des Kernkraftwerks Philippsburg (KKP) wurden am 29. April 2003 im Schnellabschaltsystem Papierrückstände gefunden.

Der Reaktor verfügt insgesamt über 145 Steuerstäbe. Jeder dieser Steuerstäbe verfügt über ein Drosselventil und ist mit zwei Ringleitungen verbunden. Diese sind durch zwei Rückschlagventile voneinander getrennt. Die Gesamtzahl der Rückschlagventile beträgt somit 290. In 23 Rückschlagventilen einer der Ringleitungen und einem Rückschlagventil der zweiten Ringleitung wurden die Papierreste gefunden. In einem der Drosselventile wurden ebenfalls Papierreste gefunden. Das Schnellabschaltsystem dient dazu, die Steuerstäbe im Fall einer Reaktorschnellabschaltung hydraulisch in den Kern einzuschießen. Auslegungsgemäß genügt eine Ringleitung, um die Steuerstäbe einzuschießen. Unabhängig von der Hydraulik werden die Steuerstäbe gleichzeitig elektrisch in den Kern eingefahren.

Seit der letzten Revision im Frühjahr 2002 gab es im KKP 1 zwei Reaktorschnellabschaltungen. Nach beiden Abschaltungen wurden die Einschießzeiten der Steuerstäbe analysiert. Diese Untersuchungen ergaben keine Abweichungen der Zeiten vom spezifizierten Zustand. Die Reaktorschnellabschaltung war nach EnBW-Angaben zu jeder Zeit gewährleistet. Die Herkunft der Papierreste wird derzeit noch ermittelt. Das Schnellabschaltsystem wird derzeit gereinigt, die Papierreste wurden entfernt. Über mögliche weitere Maßnahmen wird nach der Ursachenklärung entschieden.

Der EnBW-Reaktor wurde am 28. April 2003 für die jährliche Revision abgefahren. Der Block ist ein Siedewasserreaktor mit 926 Megawatt Leistung. Die Anlage ging 1980 in Betrieb und hat im letzten Jahr rund 6,8 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt.

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