TV-Konsum

Mein Fernseher, der Stromfresser

Da zu medialen Großereignissen wie der Fußball-EM und den Olympischen Spielen traditionell die Verkaufszahlen bei Fernsehern in die Höhe schnellen, ruft jetzt sogar die Branche dazu auf, nicht blindlings irgendein Gerät zu kaufen. Vielfach würde der Stromverbrauch bei Unterhaltungselektronik immer noch unterschätzt.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Anlässlich der bevorstehenden Fernsehereignisse Fußball-EM und Olympische Spiele hat der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) die Verbraucher aufgerufen, beim Kauf von neuen Apparaten auf Energieeffizienz zu achten. "Geräte der Unterhaltungselektronik und IT-Geräte nehmen einen immer größeren Anteil am Stromverbrauch in privaten Haushalten ein. Der Kauf eines energieeffizienten Gerätes lohnt sich somit auch finanziell und hilft, die privaten Energiekosten zu senken", sagte Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Erfahrungsgemäß steigt der Absatz von Fernsehern anlässlich von sportlichen Großereignissen wie der Europameisterschaft.

Fernseher treiben den Stromverbrauch

Fernseher in deutschen Haushalten werden immer größer und treiben den Stromverbrauch zu Hause nach oben. Laut einer Erhebung von Forsa im Auftrag des BDEW haben über 20 Prozent der modernen LCD-Geräte und über die Hälfte der Plasmageräte eine Bildschirmdiagonale von über 100 Zentimeter. Dagegen erreichten nur vier Prozent der Röhrenmodelle, die heute so gut wie nicht mehr gekauft werden, diese Größe. Die meisten Haushalte seien darüber hinaus mit mehreren Fernsehern ausgestattet.

Dazu kommt laut BDEW noch eine Vielzahl von Geräten, die vor 15 Jahren in Privathaushalten praktisch unbekannt waren und den Stromverbrauch steigern. Heutzutage haben drei Viertel der Haushalte mindestens einen PC und zusätzlich 52 Prozent einen Laptop. Drei Viertel nutzen einen Internetanschluss, dazu kommen Drucker, Router, Satelliten-Empfänger, Antennenverstärker und jeder vierte Haushalt hat eine oder mehrere Spielekonsolen.

Energieeffizienz wird belohnt

Müller zufolge unterschätzten immer noch viele Verbraucher den hohen Stromverbrauch von Geräten der Unterhaltungselektronik. Um den Verkauf sparsamer Geräte zu fördern, müssen Fernseher seit Ende 2011 ähnlich wie Waschmaschinen oder Trockner ein Energielabel mit Energieeffizienzklassen von A für besonders energieeffizient bis G für besonders verschwenderisch tragen. Eine zusätzliche Orientierung biete das Umweltsiegel "Blauer Engel". Voraussetzung für die Vergabe des "Blauen Engels" sind nicht nur ein besonders niedriger Energieverbrauch, sondern auch weitere Umweltkriterien wie Ausschluss von Blei im Bildschirm und Quecksilber im Gerät.

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