Nach OLG-Urteil

Mehrere Bundesländer wollen Wasserpreise überprüfen (Upd.)

Nach dem Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main zu Trinkwasserpreisen können Verbraucher in Deutschland auf sinkende Preise für Wasser hoffen. Mehrere Bundesländer wollten ihre Wasserpreise überprüfen. Die NRW-Kartellbehörde will bis zum Ende des Jahres Preise zur Auswertung vorliegen haben.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (AFP/sm) - Eine Sprecherin des bayerischen Wirtschaftsministeriums sagte der "Bild"-Zeitung vom Mittwoch, das Ministerium prüfe, "ob es verschärft tätig werden muss". Auch Berlin, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein stellten dem Bericht zufolge eine genaue Überprüfung in Aussicht.

In Nordrhein-Westfalen lasse die Landesregierung derzeit die Wasserpreise der Versorger überprüfen, berichtete zudem die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" ("WAZ") von Donnerstag. Das Wirtschaftsministerium beauftragte demnach die Kartellbehörde des Landes, in einer Marktuntersuchung die Trinkwasserpreise im Land zu prüfen. "Die Wasserversorger in NRW müssen ihre Preisgestaltung erläutern, damit wir im Zuge der Marktuntersuchung schnell klären können, ob und wo es Preisanpassungen geben kann", sagte NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben der "WAZ". Bis Jahresende sollen dem Kartellamt demnach alle Preise zur Auswertung vorliegen.

Das Oberlandesgericht hatte am Dienstag entschieden, dass die hessische Landeskartellbehörde bei überhöhten Tarifen der Versorger die Preise senken darf. Der Entscheid des OLG hat zur Folge, dass Enwag die Wasserpreise um bis zu 30 Prozent senken muss.

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