Bürgerinitiative

Mehrere Atomtransporte pro Woche ins Zwischenlager Ahaus?

Die Bundes- und Landesregierung möchte das Zwischenlager Ahaus auch in den kommenden Jahren nutzen und mit gefährlichem sowie hochverstrahltem Atommüll füllen, so die Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus". Behördenangaben zufolge soll der Müll die gesetzlichen Grenzwerte jedoch deutlich unterschreiten.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Ahaus/Münster (ddp-nrw/red) - Atomkraftgegner protestieren gegen neue Transporte ins Zwischenlager Ahaus (Kreis Borken). "Bundes- und Landesregierung wollen das Zwischenlager Ahaus in den kommenden Jahren mit gefährlichem und hochverstrahltem Atommüll füllen - pro Woche sollen mehrere Atomtransporte per Bahn und LKW anrollen", teilte die Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" mit.

Lagerung für maximal zehn Jahre

Die Bezirksregierung Münster hatte der GNS Gesellschaft für Nuklear-Service mbH Mitte November die Genehmigung erteilt, im Zwischenlager Ahaus Betriebs- und Stilllegungsabfälle aus deutschen Kernkraftwerken zwischenzulagern. Die Genehmigung nach Paragraf 7 der Strahlenschutzverordnung sieht demnach eine befristete Aufbewahrung für den Zeitraum von zehn Jahren vor. Danach endet die Genehmigung. Ab 2014 wird laut Bezirksregierung "voraussichtlich" das genehmigte Endlager des Bundes, Schacht Konrad bei Salzgitter, für diese Abfälle zur Verfügung stehen.

Abfällen mit geringer Radioaktivität

Bei den Betriebs- und Stilllegungsabfällen handelt es sich nach Angaben der Behörde beispielsweise um Bauschutt, Papier, Putzlappen, Metallschrott sowie ausgebaute Anlagenteile. Sie weisen demnach "nur eine geringe Radioaktivität auf". Sie sollen in unterschiedlichen Behältern aus Beton, Guss und Stahl in der westlichen Hallenhälfte zwischengelagert werden. Die Strahlung der Betriebs- und Stilllegungsabfälle soll "die gesetzlichen Grenzwerte deutlich unterschreiten".

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