Flaute

Mehr Verlust bei REpower Systems

Die Hamburger Repower, Hersteller von Windenergieanlagen, hat im ersten Quartal dieses Jahres operativ mehr Verlust gemacht als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres. An der Jahresprognose von mehr Umsatz und Ertrag hält man jedoch fest, wobei vornehmlich das Auslandsgeschäft das Wachstum sichern soll.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (red) - Die REpower Systems, führender Anbieter von Windenergieanlagen in der Multi-Megawatt-Klasse, weist im ersten Quartal 2004 eine Gesamtleistung von 41,2 Millionen Euro gegenüber 36,4 Millionen Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum aus. Im saisonal bedingt schwächsten Quartal entspricht dies einer Steigerung um 13,2 Prozent. Das Betriebsergebnis (EBIT) verringerte sich im Berichtszeitraum erwartungsgemäß von -1,2 Millionen Euro auf -3,3 Millionen Euro. REpower konnte im ersten Quartal eine Reihe internationaler Aufträge gewinnen, mit deren Umsetzung nach Abschluss des Quartals bereits begonnen wurde. Für das Gesamtjahr wird unverändert eine moderate Verbesserung bei Umsatz und Ertrag erwartet. International sollen mehr als 50 Anlagen installiert werden.

Im ersten Quartal dieses Jahres wurden 19 Windenergieanlagen in Deutschland installiert. Dies entspricht einer Nennleistung von 30 Megawatt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit 18 errichteten Anlagen und einer Nennleistung von 25,0 Megawatt. Im Berichtszeitraum wurden neun Anlagen umsatzwirksam. Zehn weitere Anlagen sind Teil eines Portfolios, welches dem Erwerber eines Großprojektes aus dem Vorjahr (41 Windenergieanlagen, die im Dezember 2003 verkauft wurden) vertragsgemäß angeboten wird.

Erwartungsgemäß ist das erste Quartal das saisonal schwächste im Jahresverlauf. Das Betriebsergebnis (EBIT) schloss aufgrund der noch niedrigen Gesamtleistung mit einem Verlust von -3,3 Millionen Euro ab - nach -1,2 Millionen Euro im ersten Quartal 2003.

Das Ergebnis nach Steuern beträgt im ersten Quartal 2004 -2,3 Millionen Euro, nach einem Minus von 1,1 Millionen Euro im ersten Quartal des Vorjahres. Das Ergebnis pro Aktie liegt bei -0,43 Euro nach -0,20 Euro.

Aus einer von der HypoVereinsbank begleiteten Anleiheemission (PREPS) sind der REpower Systems AG per 12. Mai zehn Millionen Euro als Nachrangdarlehen zugeflossen. REpower beabsichtigt, sich im Rahmen der Hauptversammlung am 9. Juni dieses Jahres die Umwandlung in ein Genussrecht genehmigen zu lassen. Das neuartige Finanzierungsinstrument PREPS bündelt Genussrechte verschiedener mittelständischer Unternehmen und setzt ein von Moody's durchgeführtes individuelles Rating mit einer Bewertung von mindestens "Baa3" voraus.

Der Auftragsbestand weist Ende März 2004 Kaufverträge über 263 Windenergieanlagen mit einer Gesamtnennleistung von 454,5 Megawatt aus. Diese Kundenaufträge stehen regelmäßig noch unter aufschiebenden Bedingungen wie Baugenehmigung und Finanzierung. In der Planung geht REpower davon aus, dass 96 der 263 Windenergieanlagen im Jahr 2004 realisiert werden. Darüber hinaus erwartet die konsolidierte Beteiligungsgesellschaft Denker & Wulf AG Projekte mit weiteren 40 Windenergieanlagen im Jahr 2004 zu realisieren. Zusammen mit derzeit in Verhandlung stehenden Aufträgen erwartet REpower, das Jahresziel von 190 Anlagen im Gesamtjahr zu erreichen.

Das Auslandsgeschäft der REpower Systems AG entwickelt sich erfolgreich. Bereits ab dem zweiten Quartal 2004 wird die REpower Systems AG außerdem eine Reihe internationaler Projekte umsetzen. Vor wenigen Tagen wurden sechs Anlagen vom Typ MD77 nach Japan verschifft, zwei weitere sind bereits bestellt und werden in den nächsten Monaten ausgeliefert. Im April hat REpower drei Anlagen vom Typ MM82 für den Windpark Ribamar in Portugal ausgeliefert. Weitere neun Anlagen sind bereits bestellt. Insgesamt wird REpower in diesem Jahr 18 Anlagen in Portugal errichten. Darüber hinaus bestehen Projekte in Frankreich und Zypern, die ebenfalls im Jahresverlauf realisiert werden.

Außerdem konnte im Berichtszeitraum ein Rahmenvertrag mit der SIIF Energies, einer Beteiligungsgesellschaft des großen französischen Energieversorgers EDF, geschlossen werden. REpower hat sich als einer der "Preferred Supplier" qualifiziert und wird damit bei fast allen durch die SIIF geplanten Projekten anbieten. Erste Projekte auf Grundlage dieses Rahmenvertrags werden noch im Jahr 2004 erwartet. Insgesamt geht REpower davon aus, die prognostizierte Zielgröße von 50 Anlagen für den internationalen Markt zu übertreffen.

Insgesamt erwartet REpower auf Basis des bisherigen Geschäftsverlaufs und des hohen Auftragsbestands für das Gesamtjahr weiterhin ein moderates Wachstum bei Umsatz und Ertrag.

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