Gehalt

Mehr Nettolohn durch geringere Steuerabzüge

Wer mehr Nettolohn auf der aktuellen Gehaltsabrechnung feststellt, muss nicht unbedingt davon ausgehen, dass hier ein Fehler vorliegt. Durch Veränderungen bei den Steuerabzügen dürfen sich viele Arbeitnehmer über mehr Geld freuen.

1 EuroDer Nettolohn fällt bei vielen wegen geringeren Steuerabzügen höher aus.© PhotoSG / Fotolia.com

Berlin - In diesem Jahr fällt der monatliche Steuerabzug bei vielen Arbeitnehmern etwas geringer aus. Ein Grund dafür ist unter anderem der erhöhte Grundfreibetrag von jetzt 8.652 Euro, erklärt der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL). Ein darüber hinaus veränderter Steuertarif und mehr abzugsfähige Rentenversicherungsbeiträge sorgen laut NVL zusätzlich in vielen Fällen für mehr Nettolohn.

Sozialversicherungsbeiträge spielen ebenfalls mit ein

Zwei Beispiele: Bei einem Monatslohn von 1.500 Euro blieben 2015 bei Lohnsteuerklasse I oder IV meist 1.098 Euro Netto übrig, ab Januar sind es 1.103 Euro. Bei einem Einkommen von 4.000 Euro lag der Nettolohn 2015 meist bei 2.402 Euro, ab Januar bei 2.412 Euro. Ob das kleine Plus dem Steuerzahler am Ende aber wirklich zur Verfügung steht, hängt laut NVL auch von den Sozialversicherungsbeiträgen ab. Denn der durchschnittliche Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung steigt von 0,9 auf 1,1 Prozent.

Arbeitnehmerpaare sollten prüfen, ob sie noch immer die Steuerklassenkombination mit dem für sie geringsten laufenden Lohnsteuerabzug gewählt haben, rät NVL-Geschäftsführer Uwe Rauhöft.

Noch mehr Nettolohn durch Freibeträge

Wer Freibeträge beim Finanzamt beantragt, kann über noch mehr Nettolohn verfügen. Sinnvoll kann das sein, wenn Steuerzahler höhere Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen haben. Seit diesem Jahr können Freibeträge erstmals für zwei Jahre eingetragen und müssen also nicht mehr jedes Jahr neu beantragt werden. Steuerzahler müssen die Anträge aber wie bisher auf Papierformularen stellen. Der "Antrag auf Lohnsteuerermäßigung" kann auf den Seiten des Bundesministeriums für Finanzen im Internet ausgefüllt werden.

Quelle: DPA

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