Klimaschutz

Mecklenburg-Vorpommern beschließt Aktionsplan

Das Schweriner Kabinett hat heute den "Aktionsplan Klimaschutz Mecklenburg-Vorpommern" beschlossen. Ziel sei, so Umweltminister Methling, die Klimaschutz als Notwendigkeit im Bewusstsein zu verankern alle im Land verfügbaren Potentiale zur Reduzierung von Treibhausgasen zu nutzen.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Schwerin (red) - Der "Aktionsplan Klimaschutz Mecklenburg-Vorpommern" enthält folgende Schwerpunktbereiche: Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien Energieeinsparung und Steigerung der Energieeffizienz Forschung, Entwicklung und Produktion klimaschutzrelevanter Techniken Bauwesen Verkehr Landnutzung, Bodenschutz, nachhaltige Forstwirtschaft Kommunale und regionale Klimaschutzaktivitäten Kyoto-Mechanismen: Emissionshandel, Joint Implementation, Clean Development Mechanism Information und Öffentlichkeitsarbeit.

Nach Angaben des Ministers wird der Aktionsplan durch eine intensive Beteiligung der Öffentlichkeit ständig aktualisiert. Er stelle eine politische Aufgabe dar, die den Zeitraum bis mindestens zum Jahr 2020 umfasse. Die erste Auswertung zur Umsetzung des Planes solle nach zwei Jahren erfolgen, später alle vier Jahre.

Im Aktionsplan sind auch die bisher in Mecklenburg-Vorpommern erreichten Ergebnisse auf dem Gebiet des Klimaschutzes aufgeführt. So konnten nach Ministeriumsangaben in Mecklenburg-Vorpommern die Kohlendioxidemissionen im Zeitraum zwischen 1997 und 2002 um 5,9 Prozent gesenkt werden - von rund 9,9 auf 9,3 Millionen Tonnen jährlich. Dazu haben insbesondere die nachhaltige Forstwirtschaft (der jährliche Holzeinschlag ist geringer als der Zuwachs), der Straßenverkehr und die gesunkenen CO2-Emissionen im Bereich der Kleinverbraucher (einschließlich Handel und Dienstleistungen) beigetragen. Im Verkehr konnten durch geringeren Verbrauch von Benzin- und Dieselkraftstoff und gesunkene Jahresfahrleistungen seit dem Jahr 2000 etwa 0,15 Mio. Tonnen CO2 eingespart werden. Die Einsparung bei den Kleinverbrauchern, die vor allem durch bessere Wärmedämmung, effizientere Heizungen und Haushaltsgeräte sowie die Nutzung von Biomasse und Solarthermie erreicht wurde, betrug bis zum Jahre 2002 ca. 0,5 Mio. Tonnen. Die Pro-Kopf-Emissionen lagen im Zeitraum 1997 bis 2002 zwischen 5,3 und 6 Tonnen je Einwohner und liegen damit deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt von 10,4 Tonnen je Einwohner.

Der Anteil erneuerbarer Energien an der Nettostromerzeugung betrug im Jahr 2004 bereits 31 Prozent, am Stromverbrauch im Jahr 2003 rund 23 Prozent. Mit dem aus regenerativen Energiequellen erzeugten Strom könnten ca. 250.000 Haushalte versorgt werden. Den größten Beitrag liefere mit fast 84 Prozent die Windenergie, die feste Biomasse folgt mit 9,9 Prozent. Bei Photovoltaikanlagen konnten seit 1997 erhebliche Zuwachsraten mit einer Steigerung um das 200fache erreicht werden.

Umweltminister Methling: "Ohne erneuerbare Energien wären die CO2-Emissionen in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2002 um ca. 1,4 Mio. Tonnen, also um ca. 15,6 Prozent höher gewesen. Dies hätte weitere Energieimporte notwendig gemacht. Die Nutzung regenerativer Energien trägt somit nicht nur zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen bei, sondern macht unser Land auch unabhängiger von Energieimporten. Angesichts steigender Rohstoffpreise wird dies zukünftig eine immer größere Rolle spielen."

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