Strompreise prüfen

Marktmanipulation: GED ruft Börsenaufsicht an

Die GED Gesellschaft für Energieversorgung und Datenmanagement mbH hat bei der Bankenaufsicht, beim Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit, bei der Börsenaufsichtsbehörde Sachsen sowie beim Bundeskartellamt eine Überprüfung der aktuellen Termin-Strompreise gefordert. Das Unternehmen befürchtet Manipulationen einiger großer Handelsteilnehmer.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Thomas Spinnen, Geschäftsführer der GED, geht nicht davon aus, "dass die Gründe für den rasanten Preisanstieg an der Strombörse auf Wettereinflüsse oder Kraftwerks- und Verbrauchsdaten zurückzuführen sind". Auch psychologische Faktoren könnten nicht ausgemacht werden. Thomas Spinnen: "Ein börslich notiertes Produkt unterliegt durch die Erwartungshaltungen der verschiedenen Marktteilnehmer ständigen Preisschwankungen. Fehlen diese unterschiedlichen Erwartungshaltungen, weil die Zahl der den Markt beeinflussenden Teilnehmer sich reduziert hat und ein spekulativer Anteil vollständig fehlt, so lässt sich der Preis im Markt steuern."

Derzeit sind am Terminmarkt der Börse 42 Unternehmen registriert. Diese Zahl ist in den letzten Monaten zwar gestiegen, allerdings sei davon auszugehen, dass diese registrierten Unternehmen sehr unterschiedlich intensiv am Handel teilnehmen. Die Gruppe der kapitalstarken Handelsteilnehmer am Terminmarkt ist nach Experten-Einschätzung relativ klein. Daher geht der GED-Geschäftsführer davon aus, dass sich einige wenige Terminmarktteilnehmer gegenseitig Jahreskontrakte für 2004 zu überhöhten Preisen verkaufen und somit seit 17 Monaten einen konstanten Preisanstieg initialisieren. In dem Brief des GED an die Behörden heißt es: "Der Terminmarkt dient aus unserer Sicht derzeit einigen wenigen Stromproduzenten zur Marktssteuerung und zur Preissteigerung."

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