Manipulierte Stromrechnungen brachten zwei Millionen Mark

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com
Vier Jahre und drei Monate lang funktionierte der ausgeklügelte Plan von Stadtwerke-Buchhalter Gerhard G. (56) und den beiden städtischen Bediensteten Detlef T. (40) und Lothar H. (53) aus Düsseldorf. Sie stellten in insgesamt 1334 Fällen falsche Stromrechnungen aus und steckten die dabei kassierten zwei Millionen Mark in die eigene Tasche. Von dem gestern begonnenen Verfahren berichtet heute die Westdeutsche Zeitung.


Da die Buchhalter seinem Ruf gerecht wurde und jeden Betrug gewissenhaft protokollierte, flog der Schwindel schließlich doch auf. Der Buchhalter wurde gefeuert, verbrachte sechs Monate in Untersuchungshaft und lebt jetzt vom Geld seiner Frau, die als Kassiererin in einer Kantine arbeitet. Jetzt muss er sich vor Gericht verantworten.

Den Tathergang stellt die Westdeutsche Zeitung folgendermaßen dar: "Tarifkunden, vorwiegend kleinere Unternehmen, wurde angeboten, sie könnten künftig 50 Prozent des Preises sparen, wenn sie Barzahlungen tätigten. Dass diese aufs Konto der beiden städtischen Bediensteten gingen, wussten die solchermaßen Geworbenen natürlich nicht - und über das Sonderangebot machten sie sich offenbar auch keine Gedanken. Wozu auch - schließlich waren ihre Strom-Rechnungen stets bezahlt - ausgeglichen von Geldern, die Gerhard G. von Stadt und Armee zuviel abgehalten hatte. Denn weil die Einzelbelege immer später vorgelegt wurden, war eine kurzfristige Kontrolle gar nicht erst möglich."

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