Protest vor Filiale

Mainzer Kraftwerksgegner nehmen Deutsche Bank ins Visier

Die Gegner des geplanten Mainzer Kohleheizkraftwerks nehmen nun die Deutsche Bank als Finanzier des Projekts ins Visier. Parallel zur Verkündung der Bilanz der Deutschen Bank in Frankfurt protestierte die "Klima-Allianz" am Dienstag vor der Filiale der Bank in Mainz gegen den Kraftwerksneubau auf der Ingelheimer Aue.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Mainz (ddp-rps/red) - Die Deutsche Bank unterstütze durch die Finanzierung des Mainzer Kraftwerks die klimaschädlichste Form der Stromerzeugung, sagte der Kohleexperte der Klima-Allianz, Elias Perabo. Damit sende die Bank ein klares Signal: "Klimaschutz - uns doch egal". Das aber widerspreche ihren eigenen Statuten und Geschäftsberichten, nach denen die Bank den Klimaschutz vorantreiben wolle.

Unter dem Motto "Deutsche Bank - Leistung, die Leiden schafft" verteilten die als Banker verkleideten Umweltschützer Postkarten, mit denen die Passanten bei der Zentrale der Deutschen Bank gegen die Finanzierung von Kohlekraftwerken protestieren können. Die Bank woll ein Kraftwerk finanzieren, das pro Jahr 4,5 Millionen Tonnen CO2 in die Luft blasen werde, kritisierte Perabo.

Die Klima-Allianz forderte die Bank auf, aus der Kohlefinanzierung auszusteigen. Der Protest soll am Mittwoch vor der Filiale der Deutschen Bank in Wiesbaden sowie Ende Mai zur Hauptversammlung in Frankfurt fortgesetzt werden.

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