Mainova baut jeden vierten Arbeitsplatz ab

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com
Das Frankfurter Versorgungsunternehmen Mainova AG wird in den kommenden Jahren jeden vierten Arbeitsplatz abbauen - Folge des dramatischen Preiskampfes auf dem Strommarkt. Kein Jahr nach der Zusammenlegung der Strom-, Fernwärme- und Wasserversorgung der Stadtwerke Frankfurt mit der Maingas kündigte der Mainova-Vorstandsvorsitzende Heinrich Stiens gestern auf der Bilanzpressekonferenz ein Restrukturierungsprogramm an, in dessen Rahmen rund 900 Arbeitsplätze abgebaut werden.


Um sich gegen die unerwartet aggressive Konkurrenz behaupten zu können, bedürfe es, so Stiens, "großer Anstrengungen und tief greifender, auch schmerzlicher Veränderungen". Der Preisrutsch am Strommarkt werde voll auf die Erlöse durchschlagen - schon im kommenden Jahr sieht Stiens ein Drittel der Stromumsätze wegbrechen. In Zahlen: 755 Millionen Mark. Dieses Umsatzminus lasse sich trotz immenser Kostenreduzierung nicht kompensieren. Mit dem Abbau von 900 Arbeitsplätzen soll der größte Teil eines jährlichen Einsparpotenzials von 130 Millionen Mark realisiert werden. Derzeit beschäftigt die Mainova 3483 Mitarbeiter. Weitere Sparmöglichkeiten in dreistelliger Millionenhöhe sieht die Mainova beim Einkauf von Energie und Wasser sowie bei den Abschreibungen und Zinsen. Im Herbst will die Mainova mit einer neuerlichen Preissenkung offensiv um private Stromkunden im Großraum Rhein-Main werben.


Im Geschäftsjahr 1998 erzielte die Mainova knapp zwei Milliarden Mark Umsatz. Aus dem operativen Geschäft wurde ein verbessertes Vorsteuerergebnis in Höhe von 196,5 Millionen Mark erwirtschaftet. Durch außerordentliche Aufwendungen schrumpfte das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit auf 31,5 Millionen Mark. Die Aktionäre - 75 Prozent Stadtwerke Frankfurt, 23,9 Prozent Thüga (Ruhrgas, Bayerische Landesbank, Preussen-Elektra) - sollen mit einer zwanzigprozentigen Dividende bedient werden. Dies gelingt aber nur, indem fast 50 Millionen Mark aus der Substanz gezogen werden. "Eine Dividendenkürzung oder ein -ausfall würden als Signal der Schwäche ausgelegt", begründete Stiens die Ausschüttung, die auf der am heutigen Mittwoch stattfindenden Hauptversammlung noch gebilligt werden muss.

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