Mitte März

Machnig will "transparentes Verfahren" zur Starkstromtrasse

Im Streit um den Bau einer Starkstromtrasse durch den Thüringer Wald hat Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) ein "transparentes Verfahren" angekündigt. Die Trasse soll laut Vattenfall in erster Linie dazu dienen, Windkraftstrom aus dem Norden in den Süden zu bringen.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Erfurt (ddp/red) - Für Mitte März sei ein Gespräch mit Bürgerinitiativen vereinbart, dabei werde "jedes Argument auf den Tisch kommen", sagte Machnig am Freitag im Erfurter Landtag. Dies gelte auch für die geplante Anhörung im Ausschuss.

Das Parlament lehnte einen Antrag der Linken mehrheitlich ab, in dem die Landesregierung aufgefordert wird, alle juristischen Möglichkeiten zur Verhinderung der vom Energiekonzern Vattenfall geplanten 380-Kilovolt-Leitung durch den Thüringer Wald auszuschöpfen.

Linke-Fraktionschef Bodo Ramelow sagte, Vattenfall müsse gezwungen werden, Alternativen vorzulegen. Eine denkbare Variante sei der konsequente Ausbau bestehender Leitungen. Zugleich vermutete er die Atomlobby hinter den Plänen, "eine 100 Meter breite Schneise durch den Thüringer Wald brechen" zu wollen.

Die geplante Starkstromtrasse von Halle über den Kamm des Thüringer Waldes in Richtung Schweinfurt soll indes nach Angaben des Konzerns vor allem dazu dienen, Windkraftstrom aus dem Norden zu den Verbraucherzentren im Süden zu bringen. Auch Machnig betonte in der Landtagsdebatte: "Wer erneuerbare Energien will, braucht auch Infrastruktur."

Seit Jahren schon versuchen mehrere Tausend Bürger in Südthüringen und Franken, gegen den geplanten Bau der Leitung vorzugehen. Sie befürchten schwere Eingriffe in die Landschaft des Thüringer Waldes und Einbußen im Tourismus.

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