Kostenlose Energiequelle

Machbarkeitsstudie zur Geothermienutzung in Eckernförder Waldorfschule

In Eckernförde gibt es in einer Tiefe von etwa 2000 Metern mit sehr großer Wahrscheinlichkeit einen Heißwasserspeicher in Form eines porösen Sandsteins. Aufgabe einer neuen Machbarkeitsstudie, die von der Energiestiftung Schleswig-Holstein gefördert wird, ist es herauszufinden, inwieweit diese Wärmequelle wirtschaftlich genutzt werden kann.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Zwei Puzzleteile passen zueinander: Der Neubau der Waldorfschule Eckernförde braucht eine Wärmeversorgung, und in Eckernförde steht ausreichend Erdwärme (Geothermie) zur Verfügung. Der Verein zur Förderung der Waldorfpädagogik e. V. lässt daher mit Unterstützung der Energiestiftung Schleswig-Holstein eine Machbarkeitsstudie zur Nutzung dieser kostenlosen und erneuerbaren Energiequelle erstellen.

"Im Zuge der Neubauplanung für unsere Schule haben wir schon seit Sommer 2000 über die Art der Wärmeversorgung nachgedacht. Natürlich soll es eine umweltfreundliche Wärmeversorgung mit möglichst geringem Ausstoß an Kohlendioxid sein, denn die Auswirkungen dieses Treibhausgases auf das Weltklima sind ja mittlerweile hinlänglich bekannt", so Bernd Hadewig, Geschäftsführer der Waldorfschule, zu seiner Motivation, sich überhaupt Gedanken über die Nutzung von Geothermie zu machen. An die Wärmeversorgung für die Waldorfschule sollen auch das Kreiskrankenhaus Eckernförde und ein Seniorenheim angeschlossen werden.

In Eckernförde gibt es in einer Tiefe von etwa 2000 Metern mit sehr großer Wahrscheinlichkeit einen Heißwasserspeicher in Form eines porösen Sandsteins. Aufgabe der Machbarkeitsstudie soll es daher sein herauszufinden, inwieweit diese Wärmequelle wirtschaftlich genutzt werden kann. Besonderes Augenmerk wird bei der Studie aber auch darauf gelegt, wie der Wärmebedarf der Schule und der angeschlossenen Einrichtungen durch eine Anpassung an den modernen wärmetechnischen Standard gesenkt werden kann, denn auch erneuerbare Energien sollten nicht verschwendet werden, gab Hadewig zu bedenken.

Die Machbarkeitsstudie wird von der Energiestiftung Schleswig-Holstein mit etwa 43 000 Euro gefördert. Den Grund für diese Förderung erläutert Dr. Holger Krawinkel, Vorstand der Stiftung, so: "Die energetische Nutzung der Tiefengeothermie erfolgt in Schleswig-Holstein bisher kaum, obwohl in verschiedenen Studien von einem bedeutenden nutzbaren Potenzial ausgegangen wird. Durch diese Studie soll die Nutzung von Geothermie als erneuerbare Energiequelle in unserem Land weiter vorangebracht werden." Die Ergebnisse der Studie sollen Ende dieses Jahres vorliegen.

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