2010 ist Referenzjahr

Lufthansa will Start im Emissionshandel verschieben

Die Deutsche Lufthansa fordert von der EU-Kommission die Verschiebung der Einbeziehung der Luftfahrtgesellschaften in den Emissionshandel. Als Argument wurde neben der Ausfälle durch die Aschewolke auch der harte Winter genannt, der den Airlines zu schaffen gemacht habe.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/red) - Der harte Winter und die Flugausfälle durch die Aschewolke verfälschen die Startbedingungen zwischen den europäischen Fluggesellschaften in das sogenannte Emission Trading System (ETS) der EU, wie Lufthansa-Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber der "Welt am Sonntag" laut Vorabbericht sagte.

Beginnend mit dem 1. Januar 2012 soll der Luftverkehr auf Beschluss der EU in den Emissionshandel einbezogen werden. 2010 gilt bislang als Referenzjahr für die Zuteilung von Verschmutzungsrechten. "Das würde uns in den nächsten zehn Jahren 30 bis 40 Millionen Euro mehr kosten, weil wir für die Flüge, die wir mehr durchführen als im Referenzjahr, entsprechende Zertifikate kaufen müssten", sagte Mayrhuber.

Würde alles so bleiben, wie es ist, führe dies zudem zu einer erheblichen Diskriminierung unter den Airlines innerhalb Europas. Die Vulkanasche habe Unternehmen in Nordeuropa viel stärker geschadet als den Konkurrenten im Süden, wie auch der harte Winter. "Wir fordern deshalb, dass der Aufsetzpunkt um ein Jahr verschoben wird", sagte der Vorstandschef.

Zudem erneuerte Mayrhuber seine Forderung nach Kompensation für die zusätzlichen Kosten, die den Fluggesellschaften durch die Betreuung ihrer gestrandeten Gäste während des Flugverbots wegen der Aschewolke entstanden ist. Zugleich bot er der EU-Kommission einen Kompromiss an: "Ein eleganter Weg wäre, ETS zu verschieben. Das kostet den Fiskus keinen Euro und würde uns in dieser immer noch schwierigen wirtschaftlichen Lage sehr weiterhelfen."

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