Herbststurm oder Flaute?

LRP analysiert Markt der erneuerbaren Energien

Die Landesbank Rheinland-Pfalz hat in ihrem jüngsten Sektorreport den Markt der erneuerbaren Energien untersucht. In der Windkraftbranche, so die Prognose, setzen sich international agierende Konzerne durch, derweil sich Unternehmen in der Fotovoltaik schnell zu etablierten Marktteilnehmern entwickeln oder auf Nischen spezialisieren müssen.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Mainz (red) - In ihrem jüngsten Sektorreport untersuchen die Analysten der in Mainz ansässigen Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) die Perspektiven für erneuerbare Energien und gehen dabei insbesondere auf den deutschen Markt ein.

Die jüngsten Rekordstände beim Ölpreis und die davon ausgelösten Turbulenzen an den Energiemärkten, heißt es in dem Report, lieferten einmal mehr den Treibstoff für die Protagonisten regenerativer Energien und heizten die energiepolitische Debatte nicht nur hierzulande an. Das Bedürfnis nach einer Reduzierung der Abhängigkeit vom Rohöl als Energieträger und gleichzeitig auch der Umweltschutz hätten im (wirtschafts-) politischen Zielsystem vieler Industrienationen an Bedeutung gewonnen.

Während die Förderung regenerativer Energien anfänglich insbesondere auf einzelstaatlichen Initiativen beruht habe, würden mittlerweile Beispiele wie das Kyoto-Protokoll oder die Ziele der EU-Energiepolitik den mittlerweile internationalen, länderübergreifenden Charakter verdeutlichen. Deutschland habe diese Entwicklung bereits sehr früh und erfolgreich mitgestaltet - im Bereich der Windenergie würden die Deutschen den weltweiten Spitzenplatz besetzen, in der Fotovoltaik verfüge nur der japanische Markt über ein höheres Volumen.

Erneuerbare Energien stünden erst am Anfang einer dynamischen Entwicklung, so die Finanzexperten der LRP. Noch seien sie zwingend auf politische Förderung angewiesen. Diese Abhängigkeit dürfe jedoch sukzessive abnehmen, da ökonomische Aspekte zunehmend in den Vordergrund treten würden. Windenergie stehe an der Schwelle zur vollen Wettbewerbsfähigkeit gegenüber konventionellen Stromerzeugungstechnologien. Fotovoltaik hingegen sei noch sehr weit von diesem Ziel entfernt und bislang nur in Nischenanwendungen erfolgreich.

Bis zum nachhaltigen Durchbruch hätten beide Technologien eine Reihe von Hürden zu nehmen. In der Windkraft dürften sich nur die international agierenden und finanzstarken Konzerne mit einem guten Track Record durchsetzten. In der Fotovoltaik gehöre die Zukunft den Unternehmen, die sich schnell zu etablierten Marktteilnehmern entwickeln oder auf Nischen spezialisieren.

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