Statistik

Löwenanteil des Asse-Mülls aus süddeutschen AKW

Der bei weitem größte Teil der radioaktiven Abfälle im Atommülllager Asse kommt nach offiziellen Angaben aus süddeutschen Kernkraftwerken, teilweise über den Umweg des Kernforschungszentrums Karlsruhe, wie eine aktuelle Statistik des BfS zeigt.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Remlingen (ddp/red) - Wie aus einer aktuellen Statistik des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) hervorgeht, stammen rund 80 Prozent des radioaktiven Inventars der Asse aus dem AKW Obrigheim, dem Mehrzweckforschungsreaktor Karlsruhe (beide Baden-Württemberg) sowie dem AKW Gundremmingen (Bayern). Das BfS veröffentlichte diese Zahlen in der jüngsten Ausgabe der Broschüre "Asse Einblicke".

Den Angaben zufolge stammen insgesamt sogar 86 Prozent der angelieferten Radioaktivität und 67 Prozent der eingelagerten Fässer direkt oder über den Umweg des Kernforschungszentrums Karlsruhe aus den deutschen Atomkraftwerken. Die Gesamtaktivität der in die Asse gebrachten Abfälle gibt das Bundesamt mit 7.806.025 Gigabecquerel (GBQ), die Gesamtzahl der Fässer mit 125.787 an.

Hinweise nach hoch radioaktiven Abfällen werden überprüft

13 Prozent der Aktivität und 23 Prozent der Fässer wurden von Kernforschungszentren angeliefert, 8 Prozent der Fässer und 1 Prozent der Radioaktivität stammen aus der kerntechnischen Industrie. 0,1 Prozent der Aktivität und 2 Prozent der Fässer kamen von sonstigen Anlieferern wie den Farbwerken Hoechst oder der Bundeswehr. Soweit bekannt, handelt es sich bei den Abfällen in der Asse um schwach oder mittelradioaktiven Müll. Das BfS geht aber auch Hinweisen nach, wonach auch hoch radioaktive Abfälle in das Bergwerk gebracht wurden.

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