EU-Forderung

Litauer wollen Atomkraftwerk weiter betreiben

Die Litauer haben für eine Laufzeitverlängerung des Atomkraftwerks Ignalina gestimmt, dessen Stilllegung die Europäische Union im Rahmen der EU-Beitrittsverhandlungen fordert. Aufgrund der geringen Beteiligung ist das Referendum jedoch gescheitert.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Vilnius (AFP/sm) - Dem am Montag veröffentlichten amtlichen Ergebnis zufolge votierten am Sonntag 92 Prozent der Abstimmungsteilnehmer in einem Referendum für den Weiterbetrieb des Kraftwerks. Da die Beteiligung jedoch nur bei 48 Prozent lag, scheiterte das Referendum. Es wäre nur gültig gewesen, wenn mindestens 50 Prozent der 2,7 Millionen Wahlberechtigten an dem Referendum teilgenommen hätten.

Das Werk in Ignalia produziert rund 70 Prozent des Stroms in Litauen. Das Land hatte sich im EU-Beitrittsvertrag verpflichtet, das Kraftwerk bis Dezember 2009 stillzulegen. Die Abschaltung der Anlage war eine der wichtigsten Bedingungen für die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit Vilnius. Nachdem der erste Reaktor Ende 2004 vom Netz genommen wurde, soll der zweite in rund 15 Monaten abgeschaltet werden.

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