Schon in den 70ern

Linke: Pannen bei Atommüll-Deklarierung in Asse

Bei der Deklarierung von Fässern mit radioaktivem Abfall im Atommülllager Asse bei Wolfenbüttel hat es nach Erkenntnissen der niedersächsischen Linken bereits in den 70er-Jahren Pannen gegeben. Die Partei fordert, damalige Mitarbeiter vor einem Untersuchungsausschuss unter Eid aussagen zu lassen.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Hannover (ddp-nrd/sm) - "Ein Blick in das Atommüll-Kataster zeigt, dass die Strahlenwerte teilweise bis um das 1000-fache höher waren als deklariert", sagte der umweltpolitische Sprecher der Linken-Landtagsfraktion, Kurt Herzog, am Mittwoch in Hannover. Fraktionsmitglieder hatten zuvor die vom Umweltministerium kürzlich freigegebenen Akten durchgesehen.

Bei der Eingangskontrolle in Remlingen seien damals die Abweichungen entdeckt und nach einem Anruf beim Anlieferer, der Gesellschaft für Kernforschung Karlsruhe, schriftlich korrigiert worden, sagte Herzog. Die entsprechenden Unterlagen lägen der Linksfraktion vor.

Um herauszufinden, ob Beschäftigte in der Asse durch die höhere Strahlung geschädigt worden sind, müssten die Mitarbeiter der damaligen Gesellschaft für Strahlenforschung und des Kernforschungszentrum Karlsruhe zu den Vorfällen befragt werden. Dazu sei die Einsetzung eines Untersuchungsausschuss nötig, um die Mitarbeiter unter Eid aussagen zu lassen und somit von ihrer Schweigepflicht zu entheben, sagte Herzog.

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