Keine fairen Ergebnisse

LichtBlick: Wer seine Marktstellung missbraucht, muss sich aus Verhandlungsrunde verabschieden

Die Netzbetreiber, gegen die das Bundeskartellamt gestern ein Missbrauchsverfahren wegen überhöhter Regelenergieentgelte eingeleitet hat, haben aktiv an der neuen Verbändevereinbarung mitgewirkt. Dabei könne nichts Gutes herauskommen, meint Gero Lücking von LichtBlick.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

"Die gestern durch das Bundeskartellamt eingeleiteten förmlichen Missbrauchsverfahren gegen die Übertragungsnetzbetreiber Bewag, EnBW, HEW und Veag zeigen, dass von fairen Rahmenbedingungen im liberalisierten Strommarkt in Deutschland keine Rede sein kann. Dass genau diese Unternehmen, gegen die jetzt die höchsten Wettbewerbshüter in Deutschland ermitteln, maßgeblich an den neuen, zum Jahreswechsel in Kraft tretenden Regelungen für den Strommarkt in Deutschland arbeiten, lässt keine fairen Ergebnisse erwarten", beurteilt Gero Lücking, Leiter Strombeschaffung und -versorgung beim Hamburger Stromanbieter LichtBlick die aktuelle Situation. "Es zeigt sich einmal mehr, wie wenig geeignet ein Modell ist, dass ausschließlich auf die selber im Glashaus sitzenden Verbände und Unternehmen setzt, statt auf klare gesetzliche Vorgaben."

Die sogenannte Verbändevereinbarung II plus soll die derzeitige für den liberalisierten Strommarkt maßgebliche Verbändevereinbarung II zu Anfang des nächsten Jahres ablösen. Sie wird derzeit unter Ausschluss neuer Marktakteure neu verhandelt. Bereits im April des Jahres hatten die Kartellbehörden festgestellt, dass es allein aufgrund der Regelungen der Verbändevereinbarung II zu systematischen Wettbewerbsverzerrungen - insbesondere zu deutlich überhöhten Netznutzungsentgelten – kommt. In den aktuellen Verfahren geht es darum, dass die vier genannten Übertragungsnetzbetreiber Abrechnungsmethoden für Regelenergie anwenden, bei denen es zu eklatanten wirtschaftlichen Benachteiligungen von neuen Marktteilnehmern wie LichtBlick und anderen Anbietern kommt. Während die Vertriebsgesellschaften der vier genannten Unternehmen ihre Kosten für den nicht zu vermeidenden Bezug von Regelenergie allein aufgrund der Größe und der dadurch entstehenden Durchmischungs- und Vergleichmäßigungseffekte auf Null setzen können, ist neu in den Markt eintretenden Unternehmen diese Möglichkeit verwehrt. Die Missbrauchsverfahren wurden auf Beschwerde von LichtBlick – die Zukunft der Energie GmbH, Hamburg, und Enron Capital & Resources Ltd., London, eingeleitet.

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