Kritik an Vattenfall

Lichtblick: Moorburg weder wirtschaftlich noch ökologisch sinnvoll

Das von Vattenfall geplante Großkraftwerk Moorburg ist nicht an den Bedürfnissen der Stadt Hamburg orientiert, sondern nur auf die Maximierung der Stromerzeugung Vattenfalls ausgerichtet, meint der Ökostromanbieter Lichtblick anlässlich der für heute erwarteten Entscheidung zur Genehmigung des Kraftwerkes.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Hamburg (red) - Das Fernwärmenetz in Hamburg erfordert laut Lichtblick lediglich eine zusätzliche thermische Leistung von 400 Megawatt, das von Vattenfall geplante Kraftwerk wird eine thermische Leistung von über 3.000 Megawatt aufweisen. Damit sei es überdimensioniert und am Wärmebedarf der Stadt Hamburg vorbei geplant.

Weiter kritisiert der Ökostromanbieter die in die Diskussion gebrachte CCS-Technologie. Diese werde erst in etwa 20 Jahren zur Verfügung stehen, wobei den wirtschaftlichen Betrieb heute niemand garantieren kann.

Vattenfall-Kompromis ist Augenwischerei

Den Vorschlag Vattenfalls, Teile des Kraftwerks so zu betreiben, dass es die Emissionen eines Gaskraftwerks nicht übersteigt und erst mit Einsatz der CCS-Technologie auf Volllast hochzufahren, bezeichnet Lichtblick als Augenwischerei. Eine solche "Zusage" an die Landesregierung habe maximal bis zur nächsten Landtagswahl Bestand. "Ebenso wenig glaubwürdig wäre eine Ankündigung, einen Porsche dauerhaft nur mit 50 Stundenkilometern fahren zu wollen."

Lichtblick ruft Verbraucher zum Wechsel auf

Das Festhalten von Vattenfall an diesem weder wirtschaftlich sinnvollen noch ökologisch vertretbaren Projekt "kann nur mit einem massiven Kundenwechsel beantwortet werden". Wer nach der für heute erwarteten Genehmigung noch etwas gegen Moorburg und die nicht mehr zeitgemäße Energiestrategie von Vattenfall tun will, muss seinen Stromanbieter wechseln. "Die Stromkunden müssen die Antwort geben, wenn die Politik ein Kraftwerk wie Moorburg nicht verhindern kann", so der Ökostromanbieter.

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