Missbrauchsverfügung

LichtBlick begrüßt Vorgehen des Kartellamts gegen Stadtwerke Mainz

Noch vor Ostern hat das Bundeskartellamt gegen die Stadtwerke Mainz eine Missbrauchsverfügung wegen überhöhter Netznutzungsentgelte erlassen. In einer ersten Reaktion hat der Hamburger Ökostromanbieter LichtBlick das Vorgehen der Wettbewerbshüter gegen "Wild-West-Methoden" begrüßt.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

"Die Entscheidung der obersten Wettbewerbshüter wird positive Auswirkungen auf den Wettbewerb haben." Mit diesen Worten kommentierte Heiko von Tschischwitz, Geschäftsführer des Hamburger Stromanbieters LichtBlick - die Zukunft der Energie GmbH, die Entscheidung des Bundeskartellamtes, die Stadtwerke Mainz anzuweisen, ihre Netznutzungsentgelte um 20 Prozent zu senken. "Die Strategie der Stadtwerke und Stromnetzbetreiber, neue Anbieter durch missbräuchlich überhöhte Gebühren für das Stromnetz zu diskriminieren, hat mit dieser dritten Verfügung des Bundeskartellamtes ein Ende. Gewinnen werden die Verbraucher", so von Tschischwitz weiter.

Tschischwitz wirft den Stadtwerke Mainz vor, der konzerneigenen Vertriebsgesellschaft entega deutlich günstigere Konditionen bei der Netznutzung einzuräumen als Wettbewerbern. "Es gibt Regeln und Gesetze, an die sich alle halten müssen, auch die Stadtwerke Mainz. Wir sind hier nicht im wilden Westen. Das die gesamte Branche im Rahmen einer Kalkulationsabsprache systematisch überhöhte Entgelte verlangt, ist ein Skandal", beschwert sich der LichtBlick-Chef.

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