Kyoto

Liberale streben Klimaschutz-Offensive für 2006 an

Mit einer Initiative zur Klimaschutz-Offensive 2006 fordern die Liberalen die Bundesregierung auf, den Kyoto-Prozess international und EU-weit voranzubringen. Dazu soll ein Vorschlag aufgegriffen werden, der von kanadischer Seite im Vorfeld der ersten Konferenz der Vertragsparteien in Montreal angeregt wurde.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - So soll sich die deutsche Regierung ebenfalls dafür einsetzen, dass eine Nutzung der flexiblen Kyoto-Instrumente künftig Teilnehmern auf "sub-nationaler Ebene" auch dann ermöglicht wird, wenn sich die jeweilige nationale Regierung noch nicht entschlossen habe, dem Protokoll von Kyoto beizutreten. Damit könnte zum Beispiel einzelnen Bundesstaaten der USA eine frühzeitige Teilnahme am Emissionshandel ermöglicht werden. Dies könne den Kyoto-Prozess dynamisieren und die internationale Kyoto-Gemeinschaft rasch erweitern, sind die FDP-Abgeordneten überzeugt.

Eine gemeinsame Anwendung des Kyoto-Mechanismus für nationale Projekte könne auch dazu führen, dass innerhalb eines Staates der Klimaschutz effizienter und kostengünstiger wird, argumentieren die Liberalen weiter. So wäre es ihrer Ansicht nach zu begrüßen, wenn deutsche Industrieunternehmen Einsparziele im deutschen Gebäudesektor erbringen könnten. Neben anderen Initiativen, die die FDP-Fraktion bereits vorgelegt habe, soll die Regierung auch auf eine bessere personelle und finanzielle Ausstattung des Exekutivausschusses beim Klimasekretariat der Vereinten Nationen hinwirken, um dafür zu sorgen, dass anvisierte Projekte leichter und mit vermindertem bürokratischen Aufwand in Angriff genommen und realisiert werden können, heißt es in dem Antrag (Bundestagsdrucksache 16/242) weiter.

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